Wenn du einen klaren Sternenhimmel bewundern oder die Stille der Wüste genießen möchtest, kannst du das hervorragend in Wadi Rum in Jordanien tun.

Meine Freundin und ich haben das Naturschutzgebiet Ende September besucht. Wir haben eine Tagestour durch die Wüste unternommen sowie eine Nacht in einem Beduinencamp verbracht.

Wie unser Besuch in Wadi Rum ablief, berichte ich hier.

Wie kommt man nach Wadi Rum?

Wir haben unseren Jordanien-Trip in Aqaba im Süden des Landes begonnen. (Zuvor sind wir in Israel gewesen; wie man die Grenze zwischen Eilat und Aqaba überquert, habe ich hier notiert.) Am preiswertesten kommst du von Aqaba mit dem Bus nach Wadi Rum – eine Fahrt kostet um die drei jordanische Dinar (JOD), etwa vier Euro. Um flexibler reisen zu können, haben wir uns ein Taxi geleistet. Die 80-Kilometer-Fahrt hat uns 30 jordanische Dinar (also circa 40 Euro) gekostet.

Um das Naturschutzgebiet Wadi Rum betreten zu können, musst du in einem Tourismus-Center Eintritt zahlen. Da wir uns vor unserer Jordanien-Reise den Jordan Pass gekauft hatten, fiel für uns keine weitere Gebühr an. Unser Jordan Pass wurde einfach nur abgestempelt.

Vom Touri-Center führt eine Straße nach Wadi Rum Village. In dem Beduinendorf starten die Touren in die Wüste. Der Taxifahrer brachte uns zum Büro unserer Beduinentour, wo schon ein paar weitere Tourist*innen darauf warteten, auf Pick-ups zu klettern und die Tagestour in der Wüste zu beginnen.

Was steht bei einer Wüstentour auf dem Programm?

Wir haben unseren Wüstentag gemeinsam mit einem anderen Paar verbracht; die meisten Ausflugsgruppen, denen wir unterwegs begegnet sind, waren vier bis sechs Personen groß.

Zu viert haben wir auf der Ladefläche eines Pick-up Platz genommen und sind von einem Guide durch die Wüste zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten gefahren worden. Wir haben diese Stationen abgeklappert:

  • Lawrence's Spring: Eine Quelle auf einem Berg, von dem aus man eine gute Aussicht über die Wüste hat.
  • Wadi Um Ishrin: Eine rote Sanddüne. Manche Touren bieten auch die Möglichkeit an, die Düne auf einem Board hinunter zu surfen.
  • Die Ruinen des Hauses von Lawrence von Arabien.
  • Barragh Canyon: Eine enge Schlucht, in der sich Überreste der Nabatäer-Zivilisation finden
  • Um Fruth Bridge: Eine Felsformation, die zu einem beliebten Fotomotiv geworden ist, weil sie wie eine Brücke aussieht.
  • Zum Schluss haben wir uns den beeindruckenden Sonnenuntergang über der Wüste von einem Hügel aus angesehen.

Gibt's bei den Touren auch was zu essen und zu trinken?

Aber klar. Unser Guide hatte mehrere Flaschen gekühltes Wasser dabei. Zur Mittagszeit haben wir im Schatten eines Berges gehalten und gemeinsam gekocht. Bevor wir uns den Sonnenuntergang angesehen haben, gab's noch einmal Tee und eine kleine Süßigkeit. Das Abendessen fand am Ende der Tour im Beduinencamp statt.

Wie sehen die Zelte in der Wüste aus?

Die Zelte in unserem Beduinencamp waren Gartenhäusschen-groß. Sie standen auf Stelzen und hatten einen festen Holzboden. Im Inneren unseres Zelts befand sich ein Doppelbett sowie zwei kleine Tischchen mit Lampen. Neben einer dünnen bekommt jeder auch eine dicke Decke, die nachts auch dringend nötig ist, weil die Temperatur drastisch abfällt.

Wie sehen die Toiletten und Duschen aus?

Toiletten und Duschen waren in unserem Camp wie auf einem Campingplatz in einem Extra-Gebäude untergebracht. Handtücher, Shampoo und Duschgel mussten wir natürlich selbst mitbringen.

Wie viel habt ihr für die Tour durch Wadi Rum bezahlt?

Wir haben zu zweit für die Tour plus Übernachtung plus Essen 70 JOD gezahlt, also umgerechnet circa 90 Euro.

Was sollte man in der Wüste anziehen?

Da du auf viele Berge hinaufklettern wirst, bietet sich festes Schuhwerk an. Du solltest außerdem bequeme, weite Kleidung tragen, in der du gut klettern kannst und die dich vor der Sonne schützt. Eine Kopfbedeckung, eine Sonnenbrille und viel Sonnenmilch sind ebenfalls zu empfehlen.

Ich habe eine lange helle Leinenhose, ein T-Shirt und Laufschuhe getragen. Es waren aber auch Touris unterwegs, die mit Flipflops auf die Berge geklettert und in Spaghettitops durch die Sonne gestapft sind.

Für die Nacht solltest du dir in jedem Fall einen dicken Pulli und eine Jogginghose einpacken, weil es selbst unter den dicken Decken ziemlich kalt ist. Ich hatte beides nicht dabei und hab's sehr bereut.

Wenn du planst, in Jordanien auch Amman zu besuchen, findest du hier ein paar Empfehlungen, was du dir in der Hauptstadt ansehen kannst.