23. Dezember 2020Keine Kommentare

11 eindrucksvolle Storytelling-Projekte im digitalen Journalismus 2020

In diesem Doc sammele ich seit geraumer Zeit Beispiele fĂĽr interessantes Storytelling im Digitalen. Vorwiegend stammen die Projekte aus dem Journalismus.

Hier kommt eine Auswahl der Storytelling-StĂĽcke, die ich 2020 besonders eindrucksvoll fand. In ungeordneter Abfolge.

  1. Wie wird sich unsere Gesellschaft in der kommenden Dekade entwickeln? Die Vice-Redaktion sagt: "The next-best thing to being able to predict the future is listening to those who will shape it." Um Prognosen fĂĽrs Jahr 2030 zu treffen, hat Vice Gen-Z-Leser*innen befragt und die Ergebnisse schick aufbereitet.
  2. The Guardian zeigt in einer Scrollytelling-Geschichte, "How coronavirus spread across the globe".
  3. NPR bringt sein Vertical Planet Money auf TikTok und erklärt dort in sehr trashig gestalteten und clever geskripteten Videos die Wirtschaft. Bloomberg hat einen interessanten Hintergrundartikel zum Account geschrieben.
  4. Um eine Reihe von Smartphone-Tests zu bewerben, gestaltet Wired eine Instagram-Story wie einen Entscheidungsbaum.
  5. The Pudding veranschaulicht, wie unterschiedlich Frauen- und Männer-Figuren in der Literatur beschrieben werden und bindet die Leser*innen mit interaktiven Elementen ein.
  6. Die New York Times begleitet ihren Corona-Print-Titel “10.000 Deaths” (dazu gibt es hier einen Hintergrundartikel der NYT) mit einem Scrollytelling-Stück.
  7. Die BBC beschreibt, wie die Corona-Pandemie unsere Arbeit im Büro und Zuhause verändern wird.
  8. Vox hat gezeigt, dass sich Erklärvideos auch remote gut produzieren lassen – zum Beispiel mit diesem Video über das Casting von Reality-Show-Darsteller*innen.
  9. Die New York Times stellt in einem Stück die Technologie der "environmental photogrammetry" vor und zeigt anhand der 3D-Visualisierung eines Künstlerlofts, wie Foto- und Video-Journalismus künftig dem Anspruch gerechter werden können, die Wirklichkeit abzubilden.
  10. Zeit Online veröffentlicht einen Rechner, mit dem User*innen die Wahrscheinlichkeit einer Corona-Infektion in einem Raum erheben lassen können.
  11. Die BBC veröffentlicht zu Halloween eine interaktive Audio-Horror-Story. Um das Hörerlebnis in Gänze auszukosten, sollen User*innen mehrere Endgeräte mit der Story verknüpfen. Im Writers-Room-Blog der BBC gibt's Hintergrundinfos zum Projekt.

22. Dezember 2020Keine Kommentare

Tricks und Tools: Wie gestaltet man den Alltag als freie*r Journalist*in am besten?

Freischreiber, der Berufsverband für freie Journalist*innen, gibt 2021 eine Neuauflage seines Handbuchs “Freienbibel” heraus. Darin wird sich die freie Journalistin Anja Reiter unter anderem mit Tools und Techniken beschäftigen, die Freelancer*innen ihre Arbeit erleichtern. Im Gespräch teilt Reiter ein paar ihrer liebsten Werkzeuge – die natürlich auch Festangestellten weiterhelfen.

Anja, wie startet man morgens als Freelancer*in am besten in den Tag?

Anja Reiter: Das Anfangen ist natürlich nicht immer einfach. Vor allem, wenn man morgens nicht gleich einen dringenden Termin hat. Manchen Freien helfen kleine Rituale, um den Beginn des Arbeitstages zu markieren und die Arbeit vom Privaten abzugrenzen. Für mich hat sich bewährt, mir schon am Vorabend zu überlegen, welche Projekte ich am nächsten Tag als Allererstes angehen möchte. Hat man morgens schon einen konkreten Plan für den Tag, hat man zumindest diesen ersten Kraftakt schon erledigt und kennt die Prioritäten.

Wie strukturiert man den Tag dann weiter?

Auch das ist natürlich eine sehr individuelle Frage. Ich bin der Meinung, dass man als Freier auf alle Fälle die Vorteile ausnutzen sollte, die die Selbstständigkeit mit sich bringt.

Also ruhig bis 11 Uhr ausschlafen?

Wenn man das denn möchte, klar. Ich ticke allerdings anders: Über die Jahre habe ich rausgefunden, dass ich morgens und vormittags am besten kreativ arbeiten kann. Deswegen reserviere ich die ersten Stunden des Tages, um an Texten zu arbeiten. Die Nachmittage nutze ich eher für Dinge wie Buchhaltung, fürs Recherchieren, für das Führen von Telefoninterviews. Das ist natürlich ebenfalls anspruchsvoll, aber der Kopf muss nicht mehr ganz so frisch nach kreativen Formulierungen et cetera suchen.

Ganz wichtig ist auch der Ort, an dem man arbeitet. Bist du eine Verfechterin des Homeoffices oder des Coworking-Spaces?

Ich arbeite seit dem ersten Tag meiner Selbstständigkeit aus dem Homeoffice und muss ehrlich sagen: Ich liebe es. Der Tag ist automatisch sehr viel länger, wenn der Arbeitsweg wegfällt. Außerdem kann ich mir meinen Arbeitstag wirklich zu 100 Prozent so strukturieren, wie ich möchte. Ich liebe zum Beispiel lange Mittagspausen, in denen ich mich auch mal eine Runde aufs Mountainbike setzen kann. Zuhause kann ich auch immer frisch kochen und mich gesund ernähren. All das sind Vorteile, die ich nicht hätte, wenn ich in ein Büro müsste, das weiter weg ist. Was nicht heißt, dass das für mich nie in Frage käme: Wenn sich meine Lebensumstände ändern und sich das Homeoffice irgendwann vielleicht in ein Kinderzimmer verwandelt, dann kann ich mir durchaus auch vorstellen, im Journalistenbüro zu arbeiten. Aber für den Moment ist das Homeoffice für mich die perfekte Lösung.

Was mir während meines Freien-Daseins im Homeoffice am meisten gefehlt hat, ist der Austausch mit Kolleg*innen. Wie bekommst du den?

Dabei helfen mir die Freischreiber sehr stark. Neben den regelmäßigen Stammtischen organisieren wir auch andere Aktionen: In München trafen wir uns zum Beispiel regelmäßig zu Redaktionskonferenzen für Freie: Jeder konnte ein Thema mitbringen, die anderen gaben Feedback. Das hat wahnsinnig geholfen. Darüber hinaus entsteht der Austausch natürlich auch bei Projekten, die man mit anderen Freien gemeinsam macht. Im Moment ist so ein Projekt bei mir die “Freienbibel”. Nicht zuletzt verabrede ich mich einfach gerne mit befreundeten Journalistinnen und Fotografen zu einem Kaffee. Ist man ständig alleine, leidet die Kreativität.

Wie erinnerst du dich im Homeoffice daran, regelmäßig Pausen zu machen?

Ich bin mir selbst eine sehr empathische, nette Chefin. Das heißt, ich gönne mir sehr gerne Pausen und auch Urlaube. Aber ich kenne es natürlich auch, im Text-Flow zu sein und dabei die Zeit zu vergessen: Die Stunden vergehen, man war noch nie draußen und hat nichts gegessen. Was mich an Pausen erinnert, ist einerseits die Aussicht auf den Feierabend. Ich weiß, dass Pausen dazu führen, dass der Feierabend schneller kommen wird. Nach einer Pause ist der Kopf aufgefrischt und man kann seine Arbeit schneller erledigen. Andererseits hilft mir die Pomodoro-Technik beziehungsweise die App Focus Keeper. Das ist ein Tool, das den Arbeitstag in 25-Minuten-Abschnitte zerteilt, auf die immer eine fünfminütige Pause folgt. Das hilft mir besonders gut beim beim Texten und dabei, nicht zu prokrastinieren.

Wir sprechen gerade via Zoom und bei dir im Hintergrund ist ein Regal mit Ordnern zu sehen. Es wirkt, als wärst du wahnsinnig strukturiert. Wie hältst du Ordnung?

Ich würde von mir selbst gar nicht behaupten, dass ich so ordentlich bin. Vielleicht bemühe ich mich umso mehr um Ordnung, weil ich weiß, wie schnell ich ins Schludern komme. Was mir im Moment hilft, sind die Video-Sessions in der Corona-Zeit. Wenn man immer mal wieder Kolleginnen oder Redakteurinnen zu sich nach Hause einlädt, sollte es halbwegs aufgeräumt sein. Noch ein Tipp für den Abend: Ich versuche immer, meinen Schreibtisch am Abend nochmal aufzuräumen, weil ich finde, dass nichts schlimmer ist, als sich morgens an den Schreibtisch zu setzen, auf dem noch Kaffeeflecken und die Notizen des Vortages sind.

Die Ordnung betrifft natĂĽrlich auch das Digitale. Wie kann man digital Ordnung halten?

Im Endeffekt muss man im System finden, das für einen selbst funktioniert. Es hilft nichts, an einem verschneiten Dezember-Wochenende ein ganz ausgeklügeltes System aufzusetzen – und im Laufe des darauffolgenden Geschäftsjahres herauszufinden, dass man es nicht nutzt, weil es einfach zu komplex ist. Mein System sieht so aus: Ich habe Ordner für meine Kundinnen und Kunden sortiert nach den jeweiligen Jahren. Darin hebe ich die meisten Recherche-Dokumente auf, das heißt in den Ordnern sind nicht nur die Endprodukte, sondern auch die unterschiedlichen Textversionen, die Transkriptionen der Interviews, meistens auch die Audio-Dateien. Mit den Jahren wandert all das auf eine externe Festplatte, wo ich’s immer schnell griffbereit habe, sollte ich doch nochmal zu einem ähnlichen Thema recherchieren.

Focus Keeper hast du bereits als essentielles Tool genannt. Auf welche weiteren kannst du unmöglich verzichten?

Für die Teamarbeit könnte ich auf keinen Fall mehr auf Slack verzichten. Auch für die Arbeit an der "Freienbibel" benutzen wir Slack. Es ist einfach ein viel besserer Ersatz für die ganze E-Mail-Flut. Oft muss man aber auch mehr als nur sich austauschen, sondern auch gemeinsam arbeiten, gemeinsam brainstormen – dafür greife ich gerne zu Miro. Das funktioniert wie ein Whiteboard, an das man Post-its kleben kann. Damit kann man, wenn man nicht im gleichen Büro sitzt oder einen Workshop gibt, kollaborativ brainstormen. Ich nutze es auch gerne für Workshops und immer dann, wenn es darum geht, mit anderen Leuten, die nicht mit mir selbst an einem Ort sind, zu arbeiten.

Kommen wir zu einer biederen, aber dringend notwendigen Arbeit: Buchhaltung. Welches Tool empfiehlst du dafĂĽr?

Ich benutze SevDesk. Das nimmt mir alles ab, was die Rechnungsstellung, die Umsatzsteuer-Voranmeldungen und die Einnahmen-Überschuss-Rechnung angeht. Abnehmen heißt natürlich nicht, dass die ganze Papierarbeit entfällt. Aber es ist ein recht selbsterklärendes Tool, das die Arbeit zumindest zu wenigen Mausklicks vereinfacht.

Man arbeitet und produziert so viel. Was macht man dann eigentlich mit den ganzen tollen Stücken, um sich selbst ein bisschen Wertschätzung mitzugeben?

Ich hebe nicht alles auf, weil es über die Jahre doch zu viel wäre. Aber ich habe seit Anbeginn meines journalistischen Daseins einen grünen Ordner, in dem ich Stücke einordne, auf die ich besonders stolz bin. Und ich hab eine Kiste, in die ich meine Lieblings-Magazine reinlege, in denen ein Text von mir erschienen ist. Da schaue ich immer mal wieder rein. Gerade an den Tagen, an denen man ein bisschen an sich selbst zweifelt und nicht besonders motiviert ist, bewirkt das kleine Wunder. Schaut man dann auf seine Arbeit, denkt man: Okay, vielleicht bin ich doch gar nicht so übel. Ich hab schon mal was geschafft, dann schaffe ich es heute auch nochmal.

24. Mai 20181 Kommentar

So setzen sieben deutsche Publisher Facebook-Gruppen ein

Facebook modelt seinen Newsfeed um, und Publisher mĂĽssen darauf reagieren, damit ihre Inhalte weiterhin beim Publikum ankommen. Eine häufig empfohlene Strategie – unter anderem von Martin Giesler in einem seiner Social-Media-Briefings im Januar â€“ lautet: Baut Facebook-Gruppen auf und aus!

Aber welcher Nutzen lässt sich aus dem Auf- und Ausbau von Gruppen tatsächlich ziehen? Können starke Gruppen mögliche Traffic-Einbrüche von Seiten ausgleichen? Oder taugen die Communitys nicht viel eher dazu, Protagonist*innen und Themen zu identifizieren?

Ich habe bei ein paar Kolleg*innen nachgefragt, die sich schon länger mit dem Thema beschäftigen, wie sie Gruppen nutzen und was sie bisher gelernt haben. Folgende sechs, alphabetisch nach Medium sortierten Erfahrungsberichte sind bei mir eingetrudelt – ein siebtes Statement hänge ich selbst für ze.tt an, wo ich als Head of Development und stellv. Redaktionsleiter tätig bin.

BILD – Andreas Rickmann

Wir testen Gruppen auf Facebook bereits seit längerer Zeit mit jeweils unterschiedlichen Zielen: Unter anderem wollen wir Input von unseren Nutzern erhalten, engere Verbindungen zu ihnen knüpfen und Feedback abholen. Wir schauen uns auch an, welche Reichweiten unsere Inhalte dort im Vergleich zu Pages erzielen, wie wir Leute auf unser Portal holen und dort zu zahlenden Abonnenten machen können.

Generell sehen wir in Gruppen gute Wachstums- und Interaktionsraten. Thematisch sind wir vor allem in spitzen Zielgruppen unterwegs (Beispiele: Formel 1, WM), haben aber auch ergänzend zu Podcasts Gruppen eingerichtet (Beispiel: Unser Tech Freak Podcast). Nach unseren ersten Erfahrungen sind Gruppen auch eine gute Möglichkeit für Reporter, sich thematische Communities aufzubauen.

CORRECTIV – Jonathan Sachse

Bei CORRECTIV experimentieren wir seit einiger Zeit mit Gruppen auf Facebook. Wir sehen darin eine große Chance, innerhalb des Facebook-Universums die Qualität von Diskussionen zu erhöhen. Es gibt bei uns zwei unterschiedliche Arten von Gruppen.

Zum einen die Gruppen, bei denen wir zu einer Recherche ins Gespräch kommen. Damit haben wir schon vor zwei Jahren mit einer Pflege-Gruppe begonnen, der sich mehr als 1.500 Leute angeschlossen haben. In der Gruppe „Alte Apotheke“ kommen wir zum Apotheker-Pansch-Skandal mit mittlerweile fast 1.000 Leuten ins Gespräch. Bei unserer Bürgerrecherche zum Wohnungsmarkt in Hamburg tauschen sich mehr als 600 Leute in einer FB-Gruppe aus. Das Gute bei solchen Gruppen, die einen Bezug zur Recherche haben: Wir lernen uns gegenseitig kennen und schaffen Vertrauen. Interessierte lernen uns als Reporter kennen. Wir begegnet uns auf Augenhöhe. In manchen Fällen ist die Gruppe somit eine Basis für einen weiteren Austausch, der im besten Fall offline fortgesetzt wird.

Ganz neu ist die Gruppe „CORRECTIV Kaffee Club“. Wir haben vor kurzem einen Buch, Café- und Eventladen in Essen eröffnet und bauen drumherum eine Community auf. Wer dort Mitglied wird, verpasst nichts und erhält immer wieder besondere Angebote. Wir sammeln dort Ideen für Themen, die wir im „Kaffe-Club“ diskutieren wollen.

Huffington Post Deutschland – Jan David Sutthoff

Wir haben aktuell vier Facebook-Gruppen, manche davon schon etwas älter, manche noch sehr jung. Zwei widmen sich Eltern – einer Community, die bei uns sehr stark ist. In der dritten geht es um Europa. Und die vierte stellt „gute“ Nachrichten in den Mittelpunkt.

Einige Gruppenmitglieder diskutieren gerne – und das dann auch auf einem wirklich angemessenen Niveau. Andere treten einfach bei, weil sie sich mit dem Gruppennamen identifizieren, etwa: „I would change my passport into a European one“. Ein bisschen wie bei studiVZ früher.

Ohne Engagement von unserer Seite wachsen die Gruppen nur wenig. Das wollen wir ändern, indem wir die Gruppen in dazu passenden Artikeln oder Newslettern bewerben. Idealerweise finden wir auch unter den Mitgliedern Leute, die Lust haben, Moderator für eine Gruppe zu sein und Unterhaltungen anzustoßen.

Grundsätzlich sind wir überzeugt vom Konzept der Facebook-Gruppen. Wir finden den Gedanken super, Menschen zusammenzubringen, die ein gemeinsames Interesse an einem bestimmten Thema haben. Damit helfen wir ihnen und stärken gleichzeitig unsere Marke.

Krautreporter – Rico Grimm

Die ersten thematisch eingegrenzten Facebook-Gruppen haben wir schon vor vier Jahren gegründet, um Orte zu schaffen, an denen wir mit unseren Mitgliedern gemeinsam an Texten arbeiten zu können. So hatten wir beispielsweise mit einer Gruppe von 15 Mitgliedern dokumentiert, wie viele Menschen Erdogan nach dem Putschversuch verhaften oder entlassen ließ.

Nun, auch nach den Änderungen im Facebook-Newsfeed, haben wir diese Gruppen ergänzt durch eine große offenere Variante mit mehr als 5000 Mitgliedern. In dieser Gruppe weisen wir auf neue Texte hin – aber Reichweite lässt sich mit ihr kaum erzeugen. Dafür ist sie umso besser geeignet für den schnellen Austausch über Themenideen und neue KR-Features. Grob über den Daumen gepeilt, stammt jede vierte oder fünfte Artikelidee aus Diskussionen in dieser Gruppe.

Mit Vergnügen – Matze Hielscher

Wir von Mit Vergnügen schauen immer, wie wir mit unseren Leser und Leserinnen enger zusammen rücken können. Neben einem WhatsApp Club, vielen kleinen Events (GNTM Schauen, Super Mario im Büro zocken) haben wir auch ein paar Facebook-Gruppen.

Interessant ist, dass die interaktivste Gruppe die von unserem Podcast "Klatsch & Tratsch" ist. Dort tratschen jeden Tag die "Klatsch & Tratsch Ultras" ĂĽber den neusten Gossip und es macht wahnsinnig SpaĂź, dies zu verfolgen. Man muss sich nicht schlecht fĂĽhlen, wenn man sich fĂĽr den aktuellen Beziehungsstatus von Bonnie Strange interessiert. Die Hosts Max und Elena bekommen hier viele Tipps, hin und wieder auch mal exklusivsten Material, da sich auch ein paar Prominente in der Gruppe befinden. Das landet natĂĽrlich im Podcast. So baut sich eine lustige unbd lebendige Community auf, die sich auch untereinander gut versteht. Next step: eine Kreuzfahrt.

piqd – Frederik Fischer

Wir haben mit "piqd: mind the gap" ĂĽberwiegend gute Erfahrungen gemacht. In kurzer Zeit wuchs die Gruppe auf ĂĽber 1.300 Mitglieder. Die Diskussionen sind beeindruckend konstruktiv. Es hat sich schnell ein "harter Kern" an heavy Usern gefunden. Insbesondere ein User, hat von selbst den Hut des "Community Managers" aufgesetzt. Wir haben ihn nun als piqer ĂĽbernommen und ĂĽberfĂĽhren so besonders relevante Diskussionen aus der Gruppe zu piqd.

Die Gruppe wächst ohne Zutun kaum. Unsere Wachstumsstrategie: Wir bewerben die Gruppe einmal in der Woche im Newsletter. Das führt jeweils zu ca. 80 neuen Nutzern. Der Traffic spielt für uns keine Rolle. Zum Glück – da kommt kaum etwas bei rum.

Und zum Schluss: ze.tt

Zurzeit betreiben wir bei ze.tt drei Facebook-Gruppen: eine mit schöner Unterhaltung für zwischendurch, eine zu Beziehungsfragen – und die Gruppe "Feminismus – mit ze.tt". Die möchte ich herausstellen, weil sie am besten funktioniert.

Circa 500 Mitglieder diskutieren hier täglich über Inhalte, die sie bei uns oder im Netz gefunden haben. Unser Moderationsaufwand hält sich in Grenzen, da sich die Gruppe weitestgehend um sich selbst kümmert: Nachdem männliche Nutzer antifeministische Kommentare gepostet hatten und klar war, dass sie nicht an einer vernünftigen Diskussion interessiert waren, stieg die Gruppe mit uns in eine Diskussion über die Gruppenregeln ein. Im Dialog klärten wir ab, die Netiquette konsequenter durchzusetzen.

Seitdem wird der Zutritt zur Gruppe von uns genehmigt, die User*innen machen uns auf Verstöße gegen die Netiquette aufmerksam, Kommentare löschen wir unter Bezugnahme auf die Regeln und mit dem Einverständnis der Mitglieder. Eine Kreuzfahrt wird's wie bei Mit Vergnügen erst mal nicht geben; aber wir wollen uns künftig wie etwa Krautreporter verstärkt darum bemühen, Themeninput aus der Community zu gewinnen.

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© Mark Heywinkel 2022. 
Mit Liebe, Wordpress und Semplice in Berlin gebaut. Impressum & Datenschutz

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