Alle Beiträge in Leben & Reisen

27. April 2014 - 3 Kommentare

Fünf Feiertypen

fuenf-partytypen

An einem Sonntag landen meine Freunde und ich in einer Bar in Neukölln: Zwei erschöpft von der Woche, eine heiß aufs Feiern, zwei mehr oder weniger anteilnahmslos. Wir beginnen, unsere Einstellungen zum Abend zu analysieren - und heraus kommen fünf Feiertypen, die ich hiermit zur Diskussion stellen möchte.

Der übermütige Turmspringer: Das Ziel des übermütigen Turmspringers ist so simpel wie zerstörerisch: Er will sich abschießen. Hemmungslos und möglichst schnell. Dass er hart aufschlagen wird, ist ihm egal. Wenn man sich um 23 Uhr aufs erste Bier treffen möchte, hat der übermütige Turmspringer schon mit Wodka vorgelegt. Er liebt den Kontrollverlust und das Gefühl, mit einem Fuß über dem Abgrund das Partygeschehen aus schwindelerregender Höhe zu betrachten. Meist handelt es sich um Berufstätige, die ihr Wochenende als eine Art Gefängnisfreigang verstehen. Wer mithalten will, muss trinkfest sein.

Der akribische Tiefseetaucher: Anders als der übermütige Turmspringer lässt es der akribische Tiefseetaucher gemächlicher angehen. Allerdings ist es nicht minder gefährlich, mit ihm auszugehen: Denn so smooth der Tiefseetaucher auch in den Abend starten mag, sein Ziel ist es, so viel wie möglich zu entdecken. Und dabei wagt sich der Tiefseetaucher auch in düstere Gefilde vor. Ihn zu begleiten, ist ein einziges Abenteuer und nur Experimentierfreudigen zu empfehlen.

Der unbedachte Tandemspringer: Der unbedachte Tandemspringer kündigt sich meist mit den Worten "Leute, was ist der Plan?" an, denn er selbst hat keinen. Völlig unbedarft nickt er jeden Vorschlag ab und hängt sich an alles dran, weil er selbst keine Verantwortung für den Abend übernehmen will. Aber aufgepasst: Am Ende des Abends ist es dieser Mitläufertyp, der sich versehentlich abschießt und im Nachhinein rummault, man habe sich nicht ausreichend um ihn gekümmert.

Der besorgte Familienvater: "Muss noch jemand aufs Klo, bevor wir weiterziehen?", "Lasst uns mal zusammenbleiben, bitte!", "Wo ist eigentlich Mareike?" - der besorgte Familienvater will die Gruppe zusammenhalten und den Partyabend zu einem wunderbaren Gemeinschaftserlebnis machen. So schön seine kollektive Herangehensweise auch sein mag - auf Dauer ist sie kaum zu ertragen. Vor allem, wenn ein Gruppenmitglied auf eigene Faust weiterziehen möchte, gibt es ordentlich Stress. Dann hält der Familienvater auch schon mal Vorträge und schwingt den Zeigefinger. Einen solchen Papa beim Feiern dabei zu haben, lohnt sich allerdings, wenn auch Turm- und Tandemspringer dabei sind, um die es sich zu später Stunde zu kümmern gilt.

Der wettkampfwütige Revolverheld: Der wettkampfwütige Revolverheld ist eine Nervensäge durch und durch. Der Typ ist gut im Trinktraining - und muss das auch permanent sämtliche Begleiter wissen lassen. Er bestellt Shots im Drei-Minuten-Takt und motiviert die Runde zu - seiner Meinung nach - amüsanten Trinkspielen, um zu zeigen, wie lässig er ist. Das Problem mit ihm: Keine Party ist ihm gut genug, weil er sämtliche Teilnehmer in kürzester Zeit unter den Tisch trinkt und sich anschließend langweilt. Der Revolverheld ist nur in Kombination mit dem Tiefseetaucher zu ertragen.

20. Februar 2014 - Keine Kommentare!

Ausgehen: Hubert (Tegeler Straße 29a)

IMG_20140309_173918

WG-Buddy Jasmin und ich haben in der neuen Weddinger Butze immer noch kein Internet. Ziemlich ärgerlich. Vor allem für zwei Digitalfuzzis wie uns, die beide was mit Medien machen und beruflich am besten permanent online sein müssen. Was also tun? An den Wochenenden dem Berlin-Klischee folgen und in Cafés mit freiem W-Lan rumlümmeln, logo. Ist ja auch eine gute Gelegenheit, gleich die neue Hood besser kennenzulernen. Nur: In nächster Pankstraßenumgebung gibt es keine Cafés. Also haben Jasmin und ich unseren Suchradius vergangenen Sonntag ausgeweitet, Web-Hinweise wie diesen gecheckt - und das wunderbare Hubert in der Tegeler Straße entdeckt. In einer hübschen Seitenstraße gelegen bietet das Hubert mit einem Außenbereich und zwei Innenräumen genug Platz, um auch bei mal größerem Andrang bequem und entspannt sitzen und arbeiten zu können. Neben einem hippen Holz-Interieur gibt's in dem Café auch eine kleine Speisekarte, von der vor allem die Quiche zu empfehlen ist. Wenn mal wieder die Internetverbindung streikt, kommen wir gern wieder. Und auch sonst.

10. Februar 2014 - Keine Kommentare!

Ein Kurztrip nach Rügen ohne Kreidefelsen

Was schaut man sich als Caspar-David-Friedrich-Liebhaber an, wenn man ein Wochenende lang auf Rügen weilt? Klar: Die Kreidefelsen. Wenn man aber zu faul und zu verplant ist, um den stündlich fahrenden Bus von Baabe nach Königsstuhl zu nehmen? Dann wird aus dem Kreidefelsenbesuch nix, auch klar. Zum Glück ist Rügen auch abseits der Kreidefelsen hübsch und erholsam. Auch im Winter. Weitere Bilder finden sich auf Instagram.

ruegen1

ruegen2

ruegen3

ruegen4

20. Dezember 2013 - 1 Kommentar.

Jahresrückblick 2013 oder: Vom Laufen, Wetten und Zähmen

jahresrueckblick2013

In den Vorjahren (2012, 2011) hat sich, in Anlehnung an einen Fragebogen des geschätzten Falk, auch in diesem Blog eine Jahresrückschau eingebürgert. Diese Tradition soll nun fortgeführt werden. Kurz und knapp.

Schönste Momente: Alle sonnigen Nachmittage, alle lauen Abende und sämtliche durchzechten Nächte am Landwehrkanal, im Devil's Kitchen oder in der Roten Beete mit den liebreizendsten, durchgedrehtesten Freunden der Welt. Ohne euch hätte 2013 nicht funktioniert.

Eindrücklichste berufliche Erlebnisse: Die Teilnahme an einer Podiumsdiskussion beim JugendMedienEvent 2013, ein kurzer Trip nach London und ein Interview mit Nuruddin Farah.

Die besten Ideen: Mit vielen netten Menschen ein Blog zu starten, mit anderen netten Menschen eine Live-Webtalkshow ins Leben zu rufen. Und mit S. an einem Fünf-Kilometer-Lauf teilzunehmen.

Die hirnrissigste Idee: Mit S. darum zu wetten, dass wir uns innerhalb eines Jahres entweder jeder ein Tattoo stechen lassen oder zusammen auf ein Eis nach Rom fliegen. Der Stichtag, 4. Juli, rückt unaufhaltsam näher, und ich habe mich immer noch nicht für ein Motiv entschieden. Ideen? Her damit!

Größtes Abenteuer: Eine Reise nach Island. Ein unfassbar schönes Land.

Wichtigste Songs: Das fällt mir in diesem Jahr ziemlich leicht, weil ich ja nun seit einer Weile beim Plattendrehen monatlich Buch darüber führe, welche Lieder mich bewegen. Also: Woodkids "Run Boy Run" ist und bleibt mein wichtigster Songs 2013. Das Video kann ich immer wieder angucken. Und was ich niemals öffentlich zugeben würde: "Wrecking Ball" von Miley Cyrus hat mich ja auch irgendwie gekriegt. Oh, Mist.

Wichtigstes Buch: Paul Austers "New York Trilogie", vor allem die erste Geschichte daraus. Und - jetzt endlich habe ich geschafft, es mal zu lesen - "Der kleine Prinz".

Eindrücklichste Filme: "Gravity" hat mich mit seinen grandiosen Effekten und "Blau ist eine warme Farbe" mit seinen wunderbaren Hauptdarstellerinnen umgehauen.

Die zeitraubendsten Apps: Twitter und Instagram - aber an denen hänge ich ja aus freien Stücken wie ein Junkie an der Nadel, also beschwere ich mich nicht.

Beste Ausstellung: „Symphonie cinétique“ von Joachim Sauter und Ólafur Arnalds im Kunstraum Made am Alex.

Schönste Konzerte: So gut wie alle Gigs, die ich mit M. oder F. beim Iceland Airwaves 2013 gesehen habe. Außerdem: The Head And The Heart im Michelberger, S O H N im Astra-Kulturhaus, The National in der Max-Schmeling-Halle, Phoenix in der C-Halle und - ja, tatsächlich - Dagobert im Ritter Butzke.

Die wichtigsten Spiele: Ich habe in diesem Jahr nicht allzu viel Zeit an der Konsole verbracht. Aber "Tomb Raider" habe ich mir mit großer Begeisterung in kürzester Zeit reingezogen.

Wichtigste Erkenntnisse: Meine kleine Schwester ist erwachsen. So richtig jetzt. Und das macht mich sehr stolz und glücklich.

2013 in einem Wort: Selbstverschuldet-chaotisch.

Gute Vorsätze für 2014: Unverworrenheit. "Mediatopia" fertig machen. Auf eine längere Recherchereise von mindestens einem Monat gehen, voraussichtlich ab Mai, Zielland noch nicht festgelegt. Wer Journalist oder Fotograf ist und sich mir anschließen möchte, gern.