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21. März 2014 - Keine Kommentare!

Googles Chromecast im Test

Ich setze nicht nur gemeinsam mit Henning und Julian im Wochenrhythmus selbst eine WebTV-Sendung ins Netz - ich ziehe mir online auch ziemlich viel Bewegtbild rein. Hauptsächlich auf YouTube. Hauptsächlich Musikvideos und Trailer, aber auch mal längere Konferenzmitschnitte. Daran hat mich bisher stets eine Sache gestört: Ich konnte mir die Filme entweder auf dem Laptop oder dem Smartphone ansehen, nicht aber auf meinem vor zwei Jahren teuer erstandenen Flachbildfernseher mit wasweißichwieviel Bilddiagonale, der dafür ja eigentlich am besten geeignet gewesen wäre. Sicher habe ich für längere Videos den Laptop auch mal via HDMI-Kabal daran angeschlossen. Aber für jedes kleine Filmfitzelchen Möbel zu rücken, Anschlüsse zu suchen und dann wieder alles ab- und umzubauen - das war mir den Aufwand nicht wert. Ohne Frage: Ich mimimie hier über ein elendes Luxusproblem. Trotzdem hat Googles Chromecast es nun wunderbar gelöst. Der seit zwei Tagen in Deutschland erhältliche Stick macht das Streaming vom mobilen Endgerät auf den Fernseher denkbar einfach und ist damit seine luxusproblemlösenden 35 Euro Anschaffungskosten auf jeden Fall wert.

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Der kompakten Chromecast-Box liegt keine Anleitung bei. Die Installation des Sticks ist aber auch supersimpel: Das Teil an den Strom und via HDMI an den Fernseher angeschlossen, Chromecast-App aufs Smartphone oder Tablet gezogen (gibt's gratis für Android und iOS), darüber flink den Stick im W-Lan-Heimnetz eingeloggt - und schwupp, kann's mit dem Streaming auf dem großen Bildschirm auch schon losgehen. Jetzt lassen sich Videos aus Chromecast-kompatiblen Apps wie YouTube, Vevo oder Watchever per Klick vom mobilen Endgerät auf den Fernseher übertragen, ebenso unkompliziert klappt das mit Musik über Google Music. Ganz spannend: Über den Laptop können auch einzelne Tabs aus Chrome übertragen werden (siehe Bild oben) - derzeit allerdings noch mit einer erheblichen zeitlichen Verzögerung. Sprich: Serien und Filme im Browser zu streamen, klappt nicht (und ist überhaupt böse und illegal). Präsentationen oder Bilder lassen sich mit der Funktion aus Google Drive aber sehr gut auch in groß zeigen.

Fazit: Wer sich mehr Videos auf YouTube als im TV ansieht, für den lohnt sich der Chromecast-Kauf auf jeden Fall. TED-Konferenzen zu gucken, geht damit zum Beispiel so bequem wie noch nie. Und sobald weitere Apps wie etwa Vimeo, Spotify und Deezer, Google Hangouts und und und den Chromecast unterstützen, wird der Stick zum Supergadget.

26. November 2013 - 2 Kommentare

Paypal startet Pilotprojekt für bargeldloses Bezahlen in Berlin

Mit der neuen Paypal-App lässt sich in zehn Gastrobetrieben in Berlin bargeldlos zahlen.

In der Regel sucht man die hübsche Ocelot-Buchhandlung in Berlin-Mitte auf, um - jipp - Bücher zu shoppen. Heute Morgen stand allerdings der Ocelot'sche Cafébetrieb im Mittelpunkt des Besucherinteresses: Paypal und Orderbird verdeutlichten bei einem kleinen Presse-Event, wie unkompliziert man mit der neuen Paypal-App bargeldlos Kaffee, Espresso und Co. zahlen kann.

Damit das digitale Bezahlen funktioniert, sind zwei Dinge erforderlich: Die Kassensystemsoftware Orderbird auf dem iPad des Restaurants einerseits - und die Paypal-App auf dem Smartphone des Kunden andererseits. Über die App checkt der Kunde in einem Gastrobetrieb ein, das Kassensystem erkennt dann den Check-in und zieht beim Bezahlen den offenen Betrag via Paypal beim Kunden ab. Dass auch tatsächlich der richtige Kunde die Zeche zahlt, prüft der Kellner anhand des Profilbildes. Bisher funktioniert all das lediglich in zehn teilnehmenden Shops rund um den Rosenthaler Platz - mit dabei sind zum Beispiel das Café Du BonheurMaki ("Chicken Katsu Roll", mjam!), The Barn und Mogg & Melzer. Sobald Orderbird und Paypal das bargeldlose Bezahlen dort ausgiebig erprobt haben, soll das System auf weitere Gastronomiebetriebe übertragen werden.

Einfach ist das Ganze und überaus praktisch, zugegeben. Aber gerade hierzulande werden sich Paypal und Orderbird wohl in Zukunft noch mehrfach mit der Datenschutzfrage auseinandersetzen müssen. Denn wo landen all die Informationen, die beim bargeldlosen Zahlen via Smartphone gesammelt werden? Weiß dann nur Ocelot, wie oft ich was wann bei ihnen getrunken habe? Oder kann Orderbird theoretisch detailgetreu kartographieren, welche Restaurants ich in Deutschland zu welchem Zeitpunkt besucht habe? Die vorläufige Antwort hierauf bei der kurzen Pressekonferenz lautete kurz und knapp: "Es werden nur Daten gespeichert, die Sie uns auch geben wollen." Hm.

5. März 2013 - 1 Kommentar.

Liebesmails an Lara Croft
Betreff: Ich habe dich in „Tomb Raider“ (2013) gesehen, und du warst toll

Von: Mark
An: Lara
CC: uMag
Betreff: Fräulein Wunderbar
(Vor mehreren Monaten gesendet)

Lara Croft. Britische Adlige, Videospielikone, Sexsymbol. Ich bin nie warm mit dir geworden. Einerseits, weil mich deine zwei schlagendsten Argumente in Größe DD einfach nicht anmachen. Vor allem aber, weil mich die Spielreihe "Tomb Raider", deren Protagonistin du seit 1996 bist, nie abholen konnte. Mit ulkigen Geheimbündlern als Widersachern, fröhlichem Rumgehüpfe und ein wenig Paffpaff kann man mein Herz nun mal nicht erobern - ich bin eher der Typ fürs Ernste. Aber, liebe Lara, das mit uns kann vielleicht doch noch was werden. Seit ich den Trailer zu deinem neuesten Abenteuer gesehen habe, bin ich sogar zum ersten Mal ein kleinwenig verliebt in dich. Nach deiner Rundumerneuerung durch den Entwickler Crystal Dynamics bist du kein kleines Pin-up-Püppchen mehr, das im knappen Dress Männerfantasien befriedigen will. Heute bist du: emanzipiert, melancholisch, sogar ein bisschen rotzig. Und wenn du in ein paar Monaten auf einer düsteren japanischen Inselgruppe strandest, verwittertes Gesicht, Wunden am nicht mehr ganz so modeltauglichen Körper, dann bin ich da, um dir da rauszuhelfen. Hach, wir beide, Lara - ich habe da ein ganz gutes Gefühl.

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Von: Mark
An: Lara
BCC: Yaez
Betreff: Ich habe dich in "Tomb Raider" (2013) gesehen, und du warst toll <3
(Heute versendet)

Wir hatten einen schweren Start, Lara, und ich weiß, dass das vor allem meine Schuld war. Du hast dir alle Mühe gegeben, dich in knappe Outfits gezwängt, dich athletisch in Pose geworfen - aber das hat es für mich nicht leichter gemacht, im Gegenteil. Deine zwanghafte Inszenierung als perfekte Powerfrau hat mich abgeschreckt. Diese lange Pause, der Abstand in den letzten Monaten hat uns aber sehr gut getan: An unser neuerliches Treffen bin ich unbefangener herangegangen, und du hast aufgehört, mir alles recht machen zu wollen. Und damit hast du alles richtig gemacht: Bei unserem Wiedersehen in "Tomb Raider" (2013) hast du viel geflucht. Du hast Fehler gemacht. Und du hast an dir selbst gezweifelt. Du warst zum ersten Mal greifbar für mich, du hattest zum ersten Mal Charakter. Liebe Lara, ich bin nicht nur ein kleinwenig verliebt in dich. Diesmal hat's ordentlich gefunkt. Ich hoffe, wir sehen uns ganz bald wieder.

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Von: Mark
An: Alle
Betreff: Heute ist das neue "Tomb Raider" erschienen - kauft es euch! Es ist der beste Teil der Reihe!

17. Februar 2013 - Keine Kommentare!

Durchhalten ist mehr, als ich tun kann
oder: Ich scheitere an „Dead Space 3“, Kapitel fünf

Was Videospiele angeht, bin ich ja eigentlich hart im Nehmen. Ne, echt jetzt. "Resident Evil", "Silent Hill", "F.E.A.R." - habe ich alle ohne Albträume und nasse Bettbezüge weggesteckt. Aber die "Dead Space"-Spiele sind mein Mordor, da bekomme ich schon beim Intro Muffensausen. Keinen der Science-Fiction-Grusel-Teile konnte ich bisher durchspielen. Und wenn ich mal einen Blick hineinriskiert habe, dann immer nur im Beisein mindestens einer weiteren Person, an der ich mich im Notfall festhalten konnte.

Jetzt gibt's seit Kurzem "Dead Space 3", und ich habe mich noch mal rangewagt. Mit runtergemutetem Sound. Und Kuscheldecke überm Kopf. Klappt ja ganz gut, dachte ich anfangs - aber da war ich ja auch noch nicht dem Hunter begegnet: In Kapitel fünf und bei etwa 17,5 Prozent des Spiels gilt es eine Eisenbahn zu rufen, um innerhalb des riesigen Raumschiffs Terra Nova von A nach B zu kommen. Doof nur, dass die Bahn schier ewig auf sich warten lässt und dass er da ist, der Hunter, dieses blutrünstige, nervige Megamonster, mein Horror auf zwei Beinen und mit zwei Klingen, der mich gekillt hat, ehe ich "Bitte, bitte, bitte, nein, nein, nein!" wimmern kann.

Die Komplettlösungen helfen beim Hunter-Problem leider auch nicht weiter. Bei PC Games steht: "Selbst wenn ihr ihm alle Glieder abschießt, wird er sich regenerieren." Und Gamona hält nix als eine läppische Parole bereit: "Haltet durch." Tolle Wurst. Den Hunter kann man nicht töten, aber fünf Minuten durch düstere Raumschiffgänge vor ihm weglaufen kann ich nicht, danach könnte ich nie wieder schlafen. Es ist zum Verzweifeln. Und das meine ich in diesem Fall ganz wörtlich: Ich habe resigniert, und ich werde "Dead Space 3" wohl nicht durchspielen. Ich bin dieser Reihe einfach nicht gewachsen. Nicht mal mit Kuscheldecke. (Foto: Gamespress/Electronic Arts)

28. Januar 2013 - Keine Kommentare!

App angetestet: Vine von den Twitter-Machern oder: Wie das Netz in Zukunft über den „Tatort“ diskutiert

Ich bin auf Twitter, und ich gestehe: Ich nutze den Dienst sehr gerne. Über Twitter frage ich Stimmungslagen zu aktuellen Themen ab, ich verfolge Diskussionen, ich werde von anderen Nutzern auf interessante Videos, Links und Musik aufmerksam gemacht. Klar also, dass ich mir auch Vine einmal angesehen habe, das neue Baby der Twitter-Macher.

Statt kurze Nachrichten von 140 Zeichen zu verschicken, stellt man mit Vine sechs Sekunden lange Gifs mit Ton ins Netz. Um das zu bewerkstelligen, muss man kein Technik- oder Filmcrack sein: Die Steuerung der App funktioniert sehr intuitiv. Einfach so lange aufs Display drücken, wie man aufnehmen will. Loslassen. Neues Motiv suchen. Wieder draufdrücken. Diese Schritte wiederholen, bis die sechs Sekunden Film voll sind. Text und Geo-Tag dazu. Das fertige Video bei Vine selbst oder auch bei Twitter und Facebook veröffentlichen. Fertig.

Das Ergebnis sieht dann zum Beispiel so aus:

Ein schönes Spielzeug ist diese App, das schon. Aber so relevant wie Twitter wird sie vermutlich nicht werden. Ich kann mir zumindest nicht vorstellen, wie Vine gesellschaftliche Debatten - wie etwa die allgegenwärtige #Aufschrei-Diskussion - befeuern, geschweige denn auslösen könnte. Und wie sollen die auf Twitter so beliebten "Tatort"-Diskussionen auf Vine aussehen? Etwa so:

Okay, ich lasse nicht länger den nörgelnden Skeptiker raushängen. Vermutlich wird Vine mich noch mal richtig überraschen. Soll das Baby also in Ruhe wachsen.

13. Dezember 2012 - 2 Kommentare

Unser aller Finale findet bei super Wetter statt oder: Das Ende der Welt(verschwörungen)

Seit einigen Jahren habe ich in unregelmäßigen Abständen den gleichen Albtraum. Darin stehe ich zusammen mit meinen Eltern auf einer weiten Ebene. Viele fremde Menschen sind auch da. Das Wetter ist Bombe, die Stimmung gut. Und plötzlich reißt der Erdboden auf, die vielen Menschen schreien, und einer nach dem anderen stürzen wir in den Tod. Weil ich diesen Traum bereits so häufig hatte, ploppen seine Bilder immer dann bei mir auf, wenn mal wieder der Weltuntergang Thema ist. In meiner Vorstellung läuft unser aller Finale genau so ab: Wir verschwinden bei Superwetter im Erdinneren.

Skurrilerweise will es der Zufall so, dass ich am 21. 12. 2012, dem von den Maya prophezeiten Datum für das Ende der Welt, gemeinsam mit meinen Eltern im Urlaub sein werde, in Pisa: flaches Land, Sonnenschein, viele Touristen. Passt alles. Aber ob ich glaube, dass sich meine Träume als prophetische Visionen entpuppen werden? Nö, nichts wird passieren. Okay, vielleicht nehmen sich wie 1997, als der Komet Hale-Bopp an der Erde vorbeizog, ein paar Knallköppe gemeinschaftlich das Leben - für den Großteil der Menschheit wird aber auch am 22. Dezember die Sonne aufgehen.

Etwas Wichtiges wird trotzdem verschwinden: der Knotenpunkt, der alle Verschwörungstheorien verbindet, der Templerorden, Nostradamus, Maya und Roland Emmerich in einer bizarren Geschichte (noch) so schön vereint. In Zukunft wird den Autoren von Büchern, Filmen und Games ein wichtiges Motiv fehlen. Und solange spiele ich jetzt noch bis zum Italienurlaub "Assassin's Creed 3", das vermutlich letzte Spiel, in dem alle Weltverschwörungen auf dieses eine Datum hinaus-laufen können.

Gameskolumne in uMag 12/2012

2. September 2012 - Keine Kommentare!

„Star Trek“ in echt oder: Was den Sony PRS-T2 cooler als ein iPad macht

Lange vor "Lost", vor "Breaking Bad", vor "Friends" habe ich "Star Trek - The next Generation" verschlungen. Eine Serie, die dank ihres philosophischen Fokus' eher der Asimovschen Science-Fiction folgte und weitestgehend ohne überzogene Action überzeugte. Die aber auch, und dafür stand sie zu recht in der Kritik, mit reichlich Technobabble eine pseudo-futuristische Authentizität vortäuschte, die zuweilen lächerliche Züge annahm.

Nichtsdestotrotz war ich in den Neunzigern (und, zugegeben, ich bin es noch heute) fasziniert von all den technischen Möglichkeiten, die "Star Trek - TNG" prognostizierte. Neben den offensichtlichen Dingen wie Beamen und Auf-dem-Holodeck-Abhängen fand ich vor allem die handlichen Datenpads super, auf denen Picard und Co. Shakespeare lasen oder Einsatzberichte notierten. (Google erklärt mir, dass die Dinger offiziell PADD heißen, kurz für Personal Access Display Device. Ah, Nerdwissen erfolgreich erweitert, danke.) Dass all diese Infos in die schmalen Geräte passten, dass man über die Displays Eingaben tätigen konnte - das war für mich eine Zukunftsvision, von der ich nicht dachte, dass sie Zeit meines Lebens umgesetzt werden würde.

Falsch gedacht. Diesen Blogpost schreibe ich nun auf dem iPad. Das iPad ist wohl eine Million Mal cooler als Picards Datenpad, es hat die Vorstellungen der "Star Trek"-Macher übertroffen, es ist blablatolltollblabla. Und doch bin ich ganz hingerissen vom E-Reader Sony PRS-T2, den ich am Donnerstag bei einer Aktion am Potsdamer Platz im Austausch gegen einen Meter Bücher erhalten habe. Zwar kommt das Teil mit dem Look und Feel einer Filmrequisite daher: es ist leicht und sieht irgendwie spielzeugmäßig unecht aus. Aber genau das ist es auch, was mich daran glücklich macht: Mit dem Apple-Gerät kann ich zwar alles machen, was man als Internettyp so machen muss - mit dem Sony-Reader fühle ich mich allerdings wie ein Teil von Picards Crew. Ich fahre nur noch Bahn damit. Und nicke vielsagend, wenn die Leute auf das Gerät schielen. "Richtig, das ist ein Datenpad. Ich komme aus dem 24. Jahrhundert, yo."