28. Februar 2018Keine Kommentare

So kreativ lassen sich Karussell-Posts auf Instagram nutzen

Wenn Journalist*innen über Instagram sprechen, dann geht es dabei zurzeit meist um Stories. Wie viele Slides sollte eine Storie maximal umfassen, damit die User*innen dabei bleiben? Sollten Stories eine Geschichte auserzählen oder an einem bestimmten Punkt auf einen Artikel verweisen? Welche Erzählformen eignen sich am besten für das Format? Und so weiter.

Alles wichtige Fragen, wenn man sich mit dem Thema Instagram beschäftigt, klar. Aber lasst uns kurz einen Schritt zurück machen. Zurück zum Feed. Ich finde: Wir haben das kreative Potenzial des Feeds journalistisch noch nicht ausgereizt, den Karussell-Post haben wir geradezu sträflich vernachlässigt. Dabei ist er ziemlich toll.

Was ist ein Karussell-Post?

Karussell-Posts (oder Slideshows) umfassen bis zu zehn Bilder. Die Posts können an beliebiger Stelle auch Videos von maximal 60 Sekunden Länge beinhalten. Mobil navigiert man per Wisch durch das Format hindurch. Das Schöne daran: Es entsteht der Eindruck, dass alle Bilder miteinander verbunden sind. Am Desktop verliert das Format ein wenig seinen Reiz: Dort klickt man sich wie durch eine klassische Fotostrecke von Bild zu Bild.

Wo sind Karussell-Posts im Einsatz?

Im Marketing-Kontext taucht das Format verhältnismäßig häufig auf. Modelabels nutzen Karussell-Posts, um Kollektionen gebündelt vorzustellen; Autohersteller präsentieren auf diese Weise neue Modelle; Tourismus-Unternehmen machen Destinationen schmackhaft, die sie ansteuern. Beispiele von H&M und Mercedes:

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Warum ist das Format für Journalist*innen interessant?

Karussell-Posts eignen sich meiner Meinung nach perfekt, um Geschichten zu erzählen. Der Vorteil gegenüber Stories besteht darin, dass Karussell-Posts über 24 Stunden hinaus verfügbar sind und auch in Artikel eingebettet werden können. Wir könnten Listicles, Tutorials, Erklärer, Mini-Magazine oder clevere Artikelteaser in Karussell-Posts aufbereiten. Wie das aussehen könnte, haben bereits ein paar kluge Menschen vorgemacht. Ein paar Beispiele:

Statt seinen Feed mit drölftausend Urlaubsfotos zu befüllen, gestaltete Johannes Klingebiel ein kleines Fotoalbum samt Annotationen aus dem Material eines New-York-Trips.

Christoph Rauscher experimentiert schon länger mit dem Format. Er erzählte damit bereits kleine Geschichten ...

... und teaserte Arbeiten an.

Für den monothematischen Dossier-Account zur Landshut-Entführung nutzten wir bei Springer den Karussell-Post, um einzelne Protagonist*innen der Geschichte multimedial vorzustellen.

Bei Bild gaben wir auf diese Weise Infografiken ein neues Antlitz:

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Was nervt an dem Format?

Problematisch ist, dass wir den Erfolg eines Karussell-Posts nur oberflächlich analysieren können. Anders als bei Stories spucken die Instagram-Statistiken keine Info darüber aus, bis zu welchem Slide die Zielgruppe gewischt hat. Auch beim Embed des Formats gibt es immer wieder Darstellungsfehler, vor allem bei mehreren Posts hintereinander (was mich auch hier in WordPress dazu bewogen hat, auf Embeds zu verzichten und die Posts als Bilder einzubauen).

Hier gibt's ein Gratis-Template

Wenn ihr gleich loslegen wollt, euch mit Karussell-Posts auszutoben, könnt ihr hier kostenlos und lizenzfrei ein sehr simples Photoshop-Template (circa 9,2 MB) herunterladen, das ich für diesen Versuchspost gebastelt habe. Ich freue mich, wenn ihr mich im fertigen Post vertaggt oder mir einen Link schickt.

Zeigt euren Nutzer*innen mit Karussell-Posts, dass ihr Instagram verstanden habt und auch im Feed zu kreativen Höchstleistungen fähig seid! Leute wie ich werden euch dafür mögen.

Ihr kennt weitere kreative Beispiele für tolle Karussell-Posts? Schreibt sie in die Kommentare!

22. Dezember 2016Keine Kommentare

5 gute Serien auf Netflix für Weihnachten 2016

Endlich frei. Was tun? Serien gucken! Am besten diese fünf.

Easy

Wer das düstere 2016 mit etwas Optimistischem ausklingen lassen will, bekommt bei "Easy" die nötige Wohlfühldosis verabreicht. In der achtteiligen Anthologie-Serie (das heißt, jede Folge ist unabhängig von den anderen) geht's um verschiedene Menschen in Chicago, die mit einem Beziehungsproblem kämpfen. Mal ist es schlechter Sex, mal sind es vermeintlich unüberwindbare Unterschiede zwischen Frischverliebten, mal ist es das Klarkommen als Single. Das Schöne an "Easy": Am Ende finden die Charaktere zu einer versöhnlichen Lösung und entlassen das Publikum mit der Botschaft "Egal, was kommt – es ist alles ganz easy".

Black Mirror

Wie könnte Technologie in Zukunft unsere Gesellschaft verändern? Zum Beispiel: Was für Auswirkungen könnte es für Paare haben, wenn Kontaktlinsen jede Sekunde des Lebens aufzeichnen – würde man als eifersüchtige*r Partner*in in den Video-Erinnerungen des*der Anderen stöbern? Oder: Wenn ein unendliches Leben in einer virtuellen Welt möglich wäre – würde wir es führen wollen auf die Gefahr hin, dass die Erinnerung an das reale Leben und die Menschen, die man geliebt hat, verblasst? Die britische Serie "Black Mirror" stellt in jeder Folge eine Zukunftsvision vor, in der sich die Menschen solchen Fragen stellen müssen. Her-vor-ragend!

Lovesick

Dylan hat Chlamydien und klappert in jeder Folge von "Lovesick" (hieß früher auf Channel 4 "Scrotal Recall") eine andere Ex-Freundin ab, um sie über eine mögliche Infektion zu informieren. In Flashbacks erzählt die Comedyserie, wie Dylan seine Partnerinnen kennenlernte und wie er sich durch die vielen Fehlschläge immer mehr in seine beste Freundin Evie verguckt. Die Hipster-Serie made in Britain ist in hohem Tempo erzählt (jede Folge hat 30 Minuten), die Figuren sind charmant und witzig, und den Soundtrack kann man auch ohne Dylan und Co. in Dauerschleife hören.

Rick & Morty

Vergesst "Futurama"! Die bessere Sci-Fi-Zeichentrick-Comedy-Serie ist "Rick & Morty". Darin folgt Enkel Morty seinem ständig betrunkenen, aber superintelligenten Opa Rick auf wilde Trips durchs All. Was die Serie so großartig macht: 1. Die moralischen Dilemmas, denen sich das Duo in jeder Folge stellen muss, 2. die vielen Anspielungen auf Sci-Fi-Klassiker, 3. der Nihilismus, mit dem einen die Autor*innen der Serie in den Wahnsinn treiben. "Rick & Morty" erinnert einen immer wieder daran, wie unbedeutend unsere Leben für das Universum sind. Das ist zermürbend, traurig, klug, aber auch sehr lustig.

3%

Wir gucken deutsche, US-amerikanische und britische Serien – mit "3%" könnt ihr auch mal eine brasilianische Serie auf eure Noch-zu-sehen-Liste kritzeln. Das Setting: eine undefinierte Zukunft, in der die Reichen auf einer luxuriösen Insel chillen, während die Armen am Festland in Gettos ums Überleben kämpfen. Jedes Jahr dürfen Teenies an einem Auswahlverfahren teilnehmen und mit Glück aufs paradiesische Eiland umziehen. Das gelingt nur – der Titel verrät es – drei Prozent. Die Serie, ein Mix aus "The Hunger Games" und "Lost", folgt einer Gruppe Jugendlicher durch ihre Prüfungen. Schauspielerisch ist das alles eher mäh, die Spannung bleibt in allen acht Folgen aber hoch, hoch, hoch.

Welche Serien bingewatched ihr an den freien Tagen? Her mit euren Tipps in den Kommentaren!

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