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Zeitung

Glaubt man Manfred Bissinger, ehemals Chefredakteur der Zeitung Die Woche, wird die Zeitung auch im 21. Jahrhundert neben dem Internet existieren können. In einem Gastbeitrag für eine Artikelreihe auf der Website der Süddeutschen Zeitung schrieb er:

Wie erfolgreicher Journalismus immer besser werden kann, führt seit Monaten die „Seite 3″ der Süddeutschen Zeitung vor, die dank des Engagements ihrer Redakteure und Reporter von Woche zu Woche neuen Höhepunkten entgegeneilt. Sie liefert zudem den Beweis, dass Print dem Internet immer überlegen sein wird.

Mit dieser unbegründeten These zog Manfred Bissinger den Spott jüngerer deutscher Journalisten wie Stefan Niggemeier auf sich. Im Gegenteil sprechen nämlichen alle aktuellen Trends – vom Konsumverhalten der Mediennutzer bis zur monatlichen Auflagenberechnung der IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V.) – auch in Deutschland dafür, dass die Zeitung im Begriff ist, zu sterben. Seit 1993 geht die Gesamtauflage der Tageszeitungen in Deutschland zurück. Im vierten Quartal 2009 wurden inklusive Wochenendausgaben im Schnitt 22,85 Millionen Tageszeitungen täglich verkauft. Damit sank die Gesamtauflage gegenüber dem dritten Quartal 2009 um 1,73 Prozent. Die Auflagen der überregionalen Tageszeitungen sind zwischen 2007 und 2009 ebenfalls weiter geschrumpft. Allein die taz und das Handelsblatt konnten an Auflage gewinnen (siehe Abbildung 1).

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Print-Krise in den USA

16. Juni 2010

Jenseits des Atlantiks stirbt die Zeitung aus. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen Vorgang, den Wissenschaftler wie die allmähliche Ausdehnung des Weltalls nur dank teurer Teleskope ermessen können. Das Zeitungssterben in den USA kann von jedem, Verleger wie Leser, beobachtet werden. So verfolgt seit März 2007 der Autor und Social-Media-Berater Paul Gillin auf seinem Blog newspaperdeathwatch.com das Dahinsiechen von US-Zeitungen. In diesen drei Jahren sind elf großstädtische Tageszeitungen und ihre Redaktionen eingestampft worden, acht weitere Blätter erscheinen nicht länger gedruckt, sondern in hybrider Form oder ausschließlich im Internet. Wo das Problem liegt? Wie vielen anderen fehlt auch den Verlagen derzeit das liebe Geld.

Leser und Anzeigenkunden wandern ab

Amerikanische Zeitungsverlage finanzieren ihre Print-Erzeugnisse vornehmlich aus zwei Einnahmequellen: Auf der einen Seite generieren sie Einnahmen aus dem Verkauf von Zeitungen an Leser, auf der anderen Seite aus dem Verkauf von Anzeigenplätzen an Werbekunden. Das Verhältnis aus den Einnahmen von Zeitungsverkauf zu Anzeigenverkauf betrug in den USA im Jahr 2000 ca. 18 Prozent zu 82 Prozent.

Bis zum Beginn der Zeitungskrise handelte es sich dabei um schier stetig sprudelnde Einnahmequellen, die es Verlagen ermöglichten, große Redaktionen zu finanzieren und mit Gewinn aufwendig Zeitungen zu produzieren – doch das hat sich geändert. “The business of selling words to readers and selling readers to advertisers, which has sustained their role in society, is falling apart”, stellte im August 2009 die britische Wochenzeitschrift The Economist fest.

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