10. Januar 2016Keine Kommentare

Fünf Tage in Israel

Ende 2015 reisten 180 junge Menschen auf Einladung der israelischen Botschaft nach Israel: Zum 50-jährigen Bestehen deutsch-israelischer Beziehungen sollten sie Land und Leute kennenlernen. Ich war mit dabei. Ein kurzer Reisebericht.

Disclaimer: Für die Teilnahme an der Reise habe ich Urlaub genommen; über Tweets, Instagram-Bilder und diesen Artikel hinaus habe ich nicht über sie berichtet. Dieser Beitrag dient gleichzeitig als Prüfungsleistung meines Studiums an der Hamburg Media School im Modul "Innovative Webtechnologien". Alle Fotos veröffentliche ich unter CC BY 2.0-Lizenz.

 

Die Einladung

 

Im Juni 2015 erreichte mich diese Nachricht:

"Sehr geehrter Herr Heywinkel, in der Anlage finden Sie eine persönliche Einladung S.E. des Botschafters des Staates Israel Herrn Hadas-Handelsman zu einer Reise für junge deutsche Führungskräfte nach Israel."

 

Aha, schon klar, dachte ich, und kloppte die Mail in den Spam-Ordner. Erst ein freundlicher Reminder ließ mich das Ganze noch mal genauer lesen. Die israelische Botschaft in Berlin lud tatsächlich 180 junge Leute aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien nach Israel ein. Für fünf Tage – zwei Nächte in Jerusalem, zwei Nächte in Tel Aviv. Die TeilnehmerInnen erwartete ein prall gefülltes Programm, auch Treffen mit Reuven Rivlin und Benjamin Netanjahu waren bereits angeleiert. Der Anlass: Das Bestehen diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel seit 50 Jahren.

Ich sei auf Empfehlung ausgewählt worden, ließ mich die Botschaft auf telefonische Rückfrage wissen. Vom 29. November bis 3. Dezember 2015 könne ich mich der Reisegruppe der so genannten "Young German Leaders" anschließen. Zwar fand ich mich in dieser Bezeichnung nicht wieder. Da aber keine Verpflichtung bestehen sollte, über die Reise zu berichten, und ich nach euphorischen Reiseberichten unter anderem von Eva Israel auch endlich einen Besuch abstatten wollte, nahm ich Urlaub – und sagte zu.

 

Die TeilnehmerInnen

 

Die 180 TeilnehmerInnen umfassende Reisegruppe wurde in drei Gruppen aufgeteilt: "Wirtschaft und Innovation", "Gesellschaft" und "Kultur". Ich tingelte in der 50 Personen umfassenden Kultur-Gruppe durch Theater, Museen und Kunsthochschulen. Die Gruppe bestand aus 24 Frauen und 26 Männer, der Großteil der TeilnehmerInnen wohnt in Berlin.

 

Unsere Stationen

 

Direkt nach Ankunft in Tel Aviv fuhren wir nach Jerusalem, um dort die ersten zwei Tage der Reise zu verbringen. Wir besuchten unter anderem die Sam-Spiegel-Filmhochschule, nahmen an einer Verkostungstour auf dem Markt Machne Yehuda teil und hörten mehrere Vorträge im Außenministerium.

Mein Highlight in Jerusalem war der Spaziergang durch die Altstadt samt kurzem Besuch der Klagemauer. Die letzten Schritte bis zur geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeit habe ich im 360-Grad-Video festgehalten.

klagemauer

In Tel Aviv stiegen wir im Hotel Herods mit Meerblick ab. Während unseres Aufenthalts statteten wir zwei Theatern im sonnigen Jaffa einen Besuch ab und stürzten uns bei einer Bartour ins Nachtleben. Zwischendurch blieb auch noch ein bisschen Zeit, bei klarem Himmel, aber mit Jacke und Schal entlang der Mittelmeerküste zu schlendern. Die folgende Karte zeigt sämtliche unserer Stationen mit kurzen Infos, was wir wann wo erlebt haben.

 

Ein Fazit

Obwohl wir fünf Tage in Israel unterwegs waren, mussten wir durch das sehr dichte Programm weitestgehend durchhetzen. Oft blieb kaum Zeit, sich bei den einzelnen Stationen intensiv mit unseren Gastgebern auszutauschen. Um dieses widersprüchliche Land zu verstehen, hat der kurze Besuch also nicht ausgereicht. Aber der kurze Einblick in das Leben in Israel hat mich angefixt, ich muss unbedingt noch mal hin.

3. Oktober 20151 Kommentar

Auf einer Skala von „noch nie“ bis „ganz Deutschland“: Mit wie vielen Leuten hattest du schon Sex?

Da stehen wir: Programmierer Hannes Rohde (Deutschen Welle), meine Wenigkeit sowie meine Kommilitoninnen Judith Bader (ProSieben) und Hannah Suppa (Hannoversche Allgemeine Zeitung) - und sind überglücklich. Denn wir haben den scoopcamp-Hackathon gewonnen – mit dieser Idee.

Noch vor wenigen Minuten haben wir auf der Bühne des scoopcamp 2015 in einem fünfminütigen Elevator-Pitch das Konzept präsentiert, das wir anderthalb Tage lang im Kurs "Multimediales Arbeiten" an der Hamburg Media School entwickelt haben.

Entlang der Design-Thinking-Methode sind wir auf die Straße gegangen und haben mit Millennials gesprochen, um herauszubekommen, mit welchem neuen Medienangebot man sie begeistern könnte.

Unsere Beobachtung: Der Großteil derer, mit denen wir gesprochen haben, interessieren sich fürs tagesaktuelle Geschehen - Nachrichtenmedien nutzen sie trotzdem selten bis gar nicht. Die Gründe: Zum Beispiel wollen sie ihren knappen Smartphone-Speicher nicht mit Nachrichtenapps überlasten; und in der Flut von Angeboten wüssten sie auch gar nicht, für welches Medium sie sich entscheiden sollten. Unsere Erkenntnis: Es ist nicht der Journalismus, zwingend in neue Formen gepresst werden muss. Das Marketing für Medienangebote scheint nicht zu wirken. Unsere Lösung: "News it!".

apptitel

Bei "News it!" handelt es sich um eine für mobile Endgeräte optimierte Seite, die den Nutzer mit Gamification-Elementen spielerisch Medienangebote entdecken lässt. Dafür müssen die Nutzer zunächst an einem Glücksrad drehen, das zufällig über das Ressort entscheidet, aus dem sie später mehrere Artikelvorschläge erhalten.

apprad

Im Anschluss folgen drei zufällige Fragen, die auf den ersten Blick abgedreht wirken. Der Nutzer verrät uns durch seine Antworten allerdings wie in einem Psychotest, welche Artikelart am ehesten zu ihm passen könnte.

app2

app3

Nach den Fragen landen die "News it!"-Spieler in einem Tinder für News: Es werden ihnen drei Artikelvorschläge unterbreitet, die sie entweder wegswipen oder lesen können. Die Artikel sind markant mit der jeweiligen Medienmarke gebrandet, damit sie in Erinnerung bleibt. Wer "News it!" von vorne beginnt, bekommt neue Fragen zugespielt, die sich zunehmend am Geschmack des Spielers orientieren.

app4

Die Idee steht, jetzt würden wir sie auch gerne umsetzen. Wer dafür mit uns zusammenarbeiten möchte - sehr gern. Einfach per Mail melden.

14. Juli 2015Keine Kommentare

Fünf Fragen an Mit Vergnügen

Erst haben Pierre Türkowsky und Matze Hielscher Partys geschmissen - jetzt berichten sie auf Mit Vergnügen vor allem über Events, die andere in Berlin veranstalten. Matze hat fünf Fragen zur Plattform beantwortet.

Matze, wieso gibt es Mit Vergnügen?

Matze Hielscher: Pierre und ich haben vor sieben Jahren angefangen, neben unseren Hauptberufen Partys zu veranstalten. Als der Club insolvent gegangen ist, in dem Pierre gearbeitet hat, und sich die Band aufgelöst hat, in der ich gespielt habe (Anm.: Es handelte sich um Virginia Jetzt!), haben wir beschlossen, gemeinsame Sache zu machen. Das war vor fünf Jahren. Anfangs lag unser Fokus auf dem Veranstalten von Partys - das Blog war im Grunde nur als eine andere Form von Webseite gedacht. Das hat sich nun komplett verschoben. Heute fokussieren wir uns hauptsächlich auf unsere Plattform und veranstalten eher seltener Partys.

Mit eurer Hielscher und Türkowsky GbR unterhaltet ihr nicht nur Mit Vergnügen, sondern seit 2013 auch die Agentur von Welt. Inwiefern überschneidet sich beides? Lassen sich Plattform und Agentur noch voneinander trennen?

Wir haben von Anfang an nicht nur eigene Partys veranstaltet, sondern auch für andere gearbeitet. Unseren ersten Auftrag haben wir vom Michelberger Hotel bekommen, dort haben wir uns um das Kulturprogramm gekümmert. Recht schnell kamen dann Marken wie Telekom, Jägermeister und weitere lokale Unternehmen dazu, mit denen wir seit Jahren immer wieder arbeiten. Unser Ansatz ist, dass wir 50 Prozent eigene Projekte verfolgen und 50 Prozent eher als Dienstleister fungieren. Die Agentur haben wir vor allem gegründet, um das klarer zu trennen. Auch für Außenstehende.

Matze und Pierre spielen sich selbst. Nur andersrum.

Ein von Mit Vergnügen (@mitvergnuegen) gepostetes Foto am

Manch einem ist die Trennung allerdings nicht scharf genug, da ihr immer wieder Native Advertising als Werbeform wählt oder einzelne Empfehlungen in Service-Artikeln sponsern lasst. Welchen eigenen, möglicherweise journalistischen Maßstäben folgt ihr bei euren Anzeigen?

Wir setzen in allen Artikeln darauf, unsere Leser zu unterhalten, zu informieren und zu inspirieren - und das nach bestem moralischen Gewissen. Das steht für uns an erster Stelle und das gilt auch für den gesponserten Teil, der circa zehn Prozent einnimmt. Wenn man so will, sind das die vergnügten Maßstäbe. Ob das journalistisch korrekt ist, kann ich nicht beantworten. Ich bin kein Journalist.

Wie schätzt du die aktuelle Situation für lokale digitale Magazine und Blogs in Berlin ein: Sind alle Nischen besetzt oder ist da noch Platz?

Ich glaube, dass es da noch immer viel Platz gibt. Diese Stadt hat so viele Ecken, die durch unterschiedlichste Blickwinkel betrachtet werden können. Gerade im urbanen Sportbereich gibt es noch nicht wirklich etwas. Ich sehe auch nicht, dass digitale Medien in Konkurrenz zueinander stehen. Wir können uns vielleicht nur ein Fahrrad und einen Computer leisten, aber wir können ja alle viele unterschiedliche Medien konsumieren.

Ihr seid nach Hamburg expandiert. Gibt's schon Pläne für die nächste Stadt?

Es gibt immer wieder Gespräche mit Menschen aus Köln und auch München, aber bisher steht noch nichts konkret fest. Es muss einfach klick machen. Das ist der Hauptmaßstab für alles, was wir machen.

Dieses Interview habe ich für den WiWo-Gründer-Artikel "Hyperlokale Blogs: Berichten am Limit" geführt.

27. Juni 20153 Comments

Als würde das Elternhaus abgerissen: Ein Nachruf aufs uMag

Mit Jana Pallaske fing alles an. Im März 2006 entdeckte ich sie auf dem Cover einer Zeitschrift. Schlauer Blick, volle Lippen, kurzes Haar: Ich war sofort verknallt. In einer Fotostrecke schäkerte sie an der Seite von Alexander Scheer mit der Kamera, der begleitende Text pries sie als kommenden Star des deutschen Films. Für 1,50 Euro nahm ich das Magazin mit nach Hause, doch für Jana Pallaske interessierte ich mich schon bald nicht mehr. Stattdessen begann ich für dieses Magazin zu schwärmen. Damals erschien es noch mit Hochglanzcover, war 100 Seiten schlank und firmierte als Magazin für "Popkultur und Gegenwart".

Das uMag (damals noch U_mag) verkörperte und proklamierte Aufbruch und Anderssein, die Melange aus Pop, Gesellschaft und Lifestyle war fantastisch. Das Heft war nicht elitär, sondern offen für alle und alles. Es ließ Harry Rowohlt neben Patrick Wolf auftreten, feierte Tilman Rammstedt und wütete gegen Hannah Herzsprung. Es gab Gesellschaftsthemen zum Altern, über Pornos und Beziehungen. Hach. Im nächsten Monat kaufte ich mir das Heft wieder. Und wieder. Und wieder. Und irgendwann beschloss ich: Für die willst du mal schreiben.

Das uMag wurde später unheimlich wichtig für mich. Während meines Studiums habe ich ein sechsmonatiges Praktikum bei der Redaktion in Hamburg-Ottensen absolviert, nach dem Abschluss wurde ich dort Volontär. Das waren zwei aufregende und prägende Jahre, womöglich die bisher prägendsten. Beim uMag habe ich das Selbstbewusstsein für die Selbständigkeit gesammelt und den Mut, Dinge auszuprobieren. Und nicht zuletzt habe ich ganz wunderbare Menschen kennengelernt und bei Konzerten, Lesungen, Festivals, Filmen, Essen, Weihnachtsfeiern, Ausflügen und und und eine grandiose Zeit mit ihnen gehabt. So schön war das, dass ich mit einigen von ihnen Les Flâneurs startete.

Als freier Autor habe ich dieses Jahr drei Titelgeschichten fürs uMag beigesteuert, zum letzten Mal. Denn: Vergangenen Donnerstag ist die finale Ausgabe des uMag erschienen. Das fühlt sich ein bisschen so an, als würde das Elternhaus abgerissen. Zwar bin ich schon lange ausgezogen und finde längst nicht alles gut, was in den vergangenen Jahren mit dem uMag passiert ist, aber das Aus dieser tollen Zeitschrift stimmt mich sehr, sehr traurig. Zeit für Wein. Zeit für sentimentales Blättern, durch tolle Artikel und viele schöne Erinnerungen.

22. Mai 2015Keine Kommentare

Remixing Journalism: Der #vid15 kommt!

Erinnert ihr euch noch an den VOCER Innovation Day, den die famose Caro Neumann 2014 organisiert hat? 120 Leute sind vergangenes Jahr zur ersten Ausgabe der Medienkonferenz nach Hamburg gereist. Es gab tolle Keynotes, spannende Lightning Talks, Projektvorstellungen, Workshops, eine Paneldiskussion und oben drauf feines Essen aus der Spiegel-Küche. Großartig war das! Und ich war sehr froh, an Caros Seite ein wenig mitorganisieren und viele neue Dinge lernen zu dürfen.

Ein Jahr später habe ich nicht nur die Vocer-Redaktionsleitung von Caro übernommen. Ich bin auch für die Organisation des #vid15 hauptverantwortlich. Hauptverantwortlich bedeutet keineswegs alleinverantwortlich: Die Vocer-Herausgeber, der Spiegel und eine liebenswerte Helfertruppe unterstützen mich eifrig beim #vid15-Ausdenken und -Umsetzen.

Warum nun diese Zeilen? Heute, nach vielen Brainstormingrunden, Mails, Telefonaten, Treffen in Hamburg und Bieren mit wunderbaren Menschen, ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: Das Programm des VOCER Innovation Day 2015 im SPIEGEL-Haus steht. Es ist in diesem Internet. Und ab jetzt könnt ihr euch für die Veranstaltung am 20. Juni anmelden. 200 Plätze sind frei, und ich würde mich sehr, sehr freuen, ganz viele von euch Leserinnen und Lesern dieser Zeilen beim #vid15 persönlich zu sehen! Danke für die Aufmerksamkeit und bis zum 20. Juni.

Foto: Caroline Zenker

10. Januar 2015Keine Kommentare

Jouvenir in Hamburg: Ein Abend über Innovationen

Da mich mein Master-Studium regelmäßig nach Hamburg führt, habe ich mir vorgenommen, mich häufiger bei Hamburger Medienevents rumzutreiben. Am Donnerstag habe ich nun auch endlich den Anfang gemacht und bei der zweiten Jouvenir-Veranstaltung der wundertollen Carolin Neumann vorbeigeschaut.

Die Leitfrage der Meetups in kleiner, sympathischer Runde lautet: "Wie können Journalisten innovativ sein?". Am Donnerstag waren gut zwanzig Leute zusammengekommen - feste und freie Medienarbeiter_innen aus allen Bereichen -, um sich in der Akademie für Publizistik zu dem Thema auszutauschen. Auf Twitter lässt sich grob nachvollziehen, was bei dem Treffen passiert ist:

Besser ist es natürlich, Interessierte schauen selbst einmal vorbei. Zwar wird es vermutlich keiner Runde gelingen, einen Masterplan zum Innovativ-Sein auszutüfteln. Aber die gemeinsame Diskussion darüber, wie sich Strukturen aufbrechen lassen und Freiräume für Innovationen geschaffen werden können, ist in jedem Fall gewinnbringend. Ich kann Jouvenir nur herzlichst empfehlen. Und ich werde versuchen, beim dritten Event im März wieder mit dabei zu sein. Vielleicht sieht man sich ja.

26. November 2014Keine Kommentare

Plattendrehen im November 2014 mit: Crying, Guster, Cold War Kids, Bombay Bicycle Club, Team Me u. a.

Guten Tag, Sie hören das Plattendrehen im November 2014, und mindestens Song Nummer fünf wird Sie die Welt mit anderen Augen sehen lassen. Versprochen (mit Zwicke).

Zeit für eine neue Runde Plattendrehen.
Kritiker denken:

Befürworter meinen:

Viel Spaß beim Sich-eine-eigene-Meinung-Bilden.

© Mark Heywinkel 2018. Mit Liebe, WordPress und Semplice in Berlin gebaut. Impressum & Datenschutz