2. Oktober 2019Keine Kommentare

Urlaub in Jordaniens Hauptstadt: Was du in Amman erleben kannst

Seit 1948 ist Jordaniens Hauptstadt enorm gewachsen, von circa 10.000 auf inzwischen 1,8 Millionen Einwohner*innen. Ein Problem, den das rasante Bevölkerungswachstum mit sich gebracht hat: ein absolut chaotischer Verkehr. Ampeln findest du selten, ebenso klar gekennzeichnete Spuren. Jede*r fährt und hupt sich durch Amman, wie er*sie will.

Tu dir am besten direkt bei der Wahl deiner Unterkunft einen Gefallen und such nach einer Bleibe im First oder Second Circle der Stadt. Also im Stadtkern um die Downtown und die Rainbow Street herum. Meine Freundin und ich sind bei unserem Amman-Besuch weiter außerhalb untergekommen und mussten um die anderthalb Stunden ins Stadtinnere laufen. Bei dem stressigen Verkehr sowie häufig schmalen Gehwegen war das nicht gerade Urlaub.

Der ÖPNV ist ziemlich unübersichtlich und die Busse erreichen viele kleine Straßen nicht gut. Längere Strecken legst du daher am einfachsten mit dem Taxi zurück. Die Fahrten sind deutlich günstiger als in Deutschland: Unsere Fahrten von der Unterkunft nach Downtown haben uns beispielsweise immer um die 5 jordanische Dinar (JOD, circa 6,50 Euro) gekostet. Bist du erst mal im Zentrum angekommen, lassen sich alle spannenden Orte jedoch gut zu Fuß erreichen.

Hier kommen ein paar Tipps, was du in Amman, aber auch im Umland Lohnenswertes sehen und erleben kannst:

Den Ausblick vom Zitadellenhügel genießen

Das Stadtgebiet von Amman erstreckt sich wie in Rom über zahlreiche Hügel. Der höchste ist Jabal Al Qal’a, der im Zentrum der Stadt liegt. Dort kannst du die Zitadelle besichtigen – und einen tollen Ausblick über die Stadt genießen.

Den Basar im First Circle erkunden

Unterhalb des Jabal Al Qal’a liegt der Stadtkern Ammans, auch First Circle genannt. Auch hier tobt der Verkehr, du kannst ihm aber hervorragend in kleine Seitengassen entkommen, in denen es viele Shops mit frischem Obst, Gemüse, getrockneten Früchten, Nüssen und Gewürzen zu bestaunen gibt.

Einen Snack bei Hashem, Reem und Al Quds essen

Wenn dich bei der Erkundung des First Circle der Hunger packt, solltest du dem Restaurant Hashem einen Besuch abstatten. Hier bekommst du beispielsweise ein schmackhaftes Menü bestehend aus Humus samt Brot, Fatteh und Falafel plus zwei Softgetränke für 6 JOD (circa 7,80 Euro). Der Humus ist der beste, den ich in Jordanien gegessen habe – weil er mit Knoblauch verfeinert wird. Eine ausführliche Kritik findest du bei YouTuber Mark Wiens.

Wenn dir die Portionen im Hashem zu üppig sein sollten, kannst du auch den Hügel westlich des Basars besteigen und zwei Imbisse ausprobieren: Bei Al Quds gibt es hervorragende Falafel-Sandwiches für einen Dinar. Beim etwas weiter entfernten Reem bekommst du das beste Schawarma-Sandwich der Stadt, ebenfalls für circa einen Dinar. Da der Imbiss allerdings direkt an einem Verkehrskreisel liegt, kannst du dort nicht gemütlich sitzen.

Für alle drei Stationen gilt: Es gibt keine Karte.

Kunst im Second Circle gucken

Wenn du es fürs Essen in den Second Circle um die Rainbow Street geschafft hast, kannst du nördlich der Restaurantgegend die Arbeiten junger Künstler*innen entdecken. In den Kunsthäusern Darat Al Funun und Dar Al-Anda gibt es wechselnde Ausstellungen, nette Cafés und viel Grün, in dem man sich erholen kann.

Im Rumi einen Kaffee trinken

Gut entspannen kannst du dich auch in diesem Café: Im Rumi nahe des Paris Square hängt die digitale Boheme der Stadt mit Macbooks ab und schlürft feinen Kaffee. Probier auch den Kuchen, der ist prima.

Einen abendlichen Spaziergang durch die Rainbow Street machen

In den Abendstunden lohnt es sich, noch einmal in die Rainbow Street zurückzukehren. Dann blüht die Ausgehgegend auf, die Shisha-Bars öffnen und die Menschen versammeln sich auf den angrenzenden kleinen Plätzen.

Die Wüstenschlösser besuchen

Wenn du die Innenstadt abgeklappert hast, lohnt sich auch der Blick über den Stadtrand: Östlich von Amman stehen drei Wüstenschlösser – das Amra Castle, das Al Kharana Castle (auf dem Foto zu sehen) und das Al-Azraq Castle. Die Besichtigung der Gebäude ist im Jordan Pass inkludiert. Ansonsten kostet der Eintritt ein paar Dinar. Viel zu sehen gibt‘s in den minimalistischen Bauten nicht, viel länger als eine halbe Stunde wirst du an keiner Station verbringen. Eine teure geführte Tour lohnt sich daher eher nicht. Nimm lieber ein Taxi – und spar dir die Kohle für den nächsten Trip:

Eine Tour nach Umm Qais, Aljoun und Jerash unternehmen

Nördlich von Amman liegen drei historische Orte:

Nahe Umm Qais befinden sich die Ruinen von Gadara, einer Stadt des antiken Griechenlands. An klaren Tagen kannst du von der Ausgrabungsstätte einen guten Blick auf den See Genezareth sowie die Golanhöhen werfen. Die Höhen sind aufgrund ihrer militärisch wichtigen Lage regelmäßig ein politisches Streitthema. 

Ajloun Castle ist eine Festung, die im 12. Jahrhundert n. Chr. erbaut wurde und als uneinnehmbar galt. Wie sie verteidigt werden konnte, zeigt eine kleine Ausstellung im Inneren.

Das Highlight in Ammans Umgebung sind die Ruinen von Jerash. Die Gegend war bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. bewohnt, ihre Blütezeit erlebte das Gebiet im 1. Jahrhundert v. Chr. unter dem Namen Gerasa unter römischer Regierung. Die Stadt avancierte zu einem wichtigen Handelsknotenpunkt, der Petra Konkurrenz machte. Heute kannst du durch zahlreiche Tempelruinen klettern.

Für die drei Stationen solltest du mindestens einen halben Tag einplanen. Auch hier kommt dich eine Privatfahrt vermutlich günstiger als eine geführte Tour. Guides gibt es an den drei Sehenswürdigkeiten auch.

Dein letztes Geld im Sufra veressen

Das Sufra in der Rainbow Street soll zu den besten Restaurants der Stadt gehören. Hier gibt‘s leckere Mezze zum Teilen. Für fünf Gerichte (die Portionen sind groß) und zwei Limonaden haben wir zu zweit 42 JOD (circa 54 Euro) gezahlt. Das war‘s wert. 

29. September 2019Keine Kommentare

Ausflüge in Tel Aviv: Diese drei Touren lohnen sich

Mitte September haben meine Freundin und ich eine Woche Tel Aviv besucht. Die meiste Zeit sind wir auf eigene Faust durch die Großstadt gestapft: Wir sind durch die verschiedenen Viertel spaziert, haben die Strände abgeklappert, auf den Märkten frisches Obst und Säfte probiert, uns die Werke aufstrebender Künstler*innen in Galerien angesehen und ein paar Imbisse und Restaurants ausgecheckt.

Aber auch an ein paar geführten Touren haben wir teilgenommen, die ich hier weiterempfehlen möchte:

Von Tel Aviv in die West Bank, nach Jericho, Bethlehem und Ramallah

Wie sieht das Leben in den palästinensischen Autonomiegebieten aus? Wie wirkt sich der Mauerbau Israels darauf aus? Wie läuft der Siedlungsbau in der West Bank ganz praktisch ab? Um zumindest ein paar Antworten auf diese komplexen Fragen zum Konflikt zwischen Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten zu bekommen, buchten wir eine ganztägige Bustour durchs Westjordanland.

An der Seite eines palästinenschischen Guides klapperten wir dabei diese Stationen ab: den Ort am Ufer des Jordan, an dem Jesus angeblich getauft wurde; die Ausgrabungsstätte in Jericho, einer der ältesten Städte der Welt; die Innenstadt von Ramallah inklusive das Grab von Jassir Arafat; zum Schluss ging es nach Bethlehem zu den Kirchen am angeblichen Geburtsort Jesu, zur Mauer sowie zum Banksy-Hotel, das der Kritik am israelischen Mauerbau gewidmet ist.

Es standen also auch einige religiöse Ziele auf dem Fahrplan, dank des Guides ging es aber immer wieder um Politik. Vor allem die palästinensischen Städte und die Landschaft zu sehen, hat sich sehr gelohnt.

West-Bank-Bustour mit Abraham Tours, circa zehn Stunden inklusive Lunch, 109 Euro pro Person

Ein Spaziergang durch die Tel Aviv Central Bus Station

Der zentrale Busbahnhof in Tel Aviv ist ein Desaster. Der Grund: Sein Architekt Rami Karmi hat den Bau geplant als eine Stadt in der Stadt. Die siebenstöckige Station besteht aus kleinen Gassen, großen Hauptstraßen und Plätzen, in denen man die Orientierung verlieren soll. Unter anderem dieses Labyrinth-Konzept führte dazu, dass die Tel Aviv Central Bus Station nie der lebendige Ort wurde – voller Reisender, Shops und Kinos – als der sie gedacht war.

Zweieinhalb Stunden lang hat uns eine Künstlerin in einer Kleingruppe herumgeführt und uns die spannende Geschichte des monströsen Baus erzählt. Wer auf Lost Places, Architektur und Stadtplanung steht, erlebt hier das Highlight des Tel-Aviv-Besuchs.

Zur Einstimmung: Die Folge „The White Elephant of Tel Aviv“ des Podcasts „99% Invisible“ widmet sich ausführlich dem Scheitern der Busstation.

Tour durch die Tel Aviv Central Bus Station mit CTLV, 2,5 Stunden, circa 25 Euro pro Person

Tour nach Masada, En Gedi und ans Tote Meer

Ich muss gestehen: Die Wasserfälle von En Gedi und das Tote Meer zu sehen, hat mich an diesem Trip eher weniger gereizt. Ich wollte vor allem zum Sonnenaufgang auf der Festung Masada stehen und den Ausblick genießen.

Für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, ist dieser erste Programmpunkt des Trips nicht zu empfehlen: Im Dunkeln stiefelt man den geschlängelten Snake Path den Tafelberg hinauf. Und der ist uneben, rutschig, insgesamt beschwerlich zu erklimmen. Zwar gibt es eine Seilbahn, vor Sonnenaufgang ist sie allerdings noch nicht in Betrieb. Für Wanderfans ist die Besteigung jedoch prima: Nach circa 45 Minuten kann man von den Ruinen der Burg einen hervorragenden Ausblick auf das Jordantal, das Tote Meer und Jordanien genießen.

Wer sich im salzhaltigen Toten Meer treiben lassen will, bekommt dafür auch Zeit genug auf dieser Tour: Wir hatten anderthalb Stunden zum Planschen und Mit-Schlamm-Einreiben.

Tour nach Masada, En Gedi und ans Tote Meer mit Abraham Tours, circa zehn Stunden, auch ab Jerusalem möglich, ab 67 Euro pro Person

25. September 2019Keine Kommentare

Von Israel nach Jordanien: So kommst du zwischen Eilat und Aqaba über die Grenze

Zweieinhalb Wochen sind meine Freundin und ich durch Israel und Jordanien gereist – in U-Form von Tel Aviv (hier findest du meine Tel-Aviv-Tipps) nach Amman (hier liest du meine Amman-Tipps). Die Grenze zwischen den beiden Staaten haben wir zwischen Eilat auf der israelischen und Aqaba auf der jordanischen Seite überquert.

Mit Landgrenzen sowie den Kontrollen hatten wir beide keine Erfahrung, deshalb kamen vorab einige Fragen auf: Wie viel Zeit sollte man für die Grenzkontrollen einplanen? Würden Gebühren für die Überquerung anfallen? Müssten wir sie bar oder mit Kreditkarte zahlen? Wie würden wir zur Grenze hin und auf der anderen Seite weiter kommen?

Im Netz sind wir auf unterschiedliche Angaben gestoßen. Manche Reisende berichteten, sie seien binnen weniger Minuten über die Grenze gekommen. Andere mussten wohl mehrere Stunden in der Hitze warten. Mal hieß es, es gebe am Grenzübergang ATMs. Mal rieten Tourist*innen dringend dazu, Bargeld parat zu halten.

Hier kommt ein Bericht unserer Erfahrungen mit der Grenzüberquerung von Isreal nach Jordanien in Eilat beziehungsweise Aqaba:

Wie kommt man zum Grenzübergang in Eilat?

Unser Plan war es, von Süden nach Norden durch Jordanien zu reisen, weil wir am Ende von Amman aus nach Hause zurückzukehren wollten. Der Urlaubsort Aqaba ist für eine Süd–Nord–Reise der ideale Startpunkt, immerhin liegt die Hafenstadt am südlichsten Punkt Jordaniens am Roten Meer.

Von Jerusalem oder Tel Aviv aus gibt es die Möglichkeit, mit dem Zug (und anschließend dem Bus), mit dem Fernbus oder mit dem Flugzeug nach Eilat zu gelangen. Um Zeit zu sparen, haben wir die Strecke mit dem Flugzeug zurückgelegt.

Die israelische Airline Arkia fliegt siebenmal am Tag ab Terminal 1 vom Flughafen Ben Gurion zum Flughafen Ramon bei Eilat. Weil wir nicht einschätzen konnten, wie lange die Grenzüberquerung dauern würde, haben wir einen Flug um 14 Uhr gebucht. Der Grenzübergang schließt täglich um 20 Uhr.

Arkia bietet keinen Online-Check-In an, das Ticket holt man sich oldschool am Schalter. Dabei wurden uns noch ein paar persönliche Fragen gestellt: in welcher Verbindung wir zueinander stehen, wie lange wir schon zusammen sind; wohin wir reisen werden. Der Fragenkatalog war fix abgehandelt.

Wir waren mit zwei Rucksäcken mit um die zehn Kilo Gewicht unterwegs, Duschgel, Shampoo inklusive – das Gepäck mussten wir allerdings nicht abgeben, sondern konnten es als Handgepäck mit ins Flugzeug nehmen.

Der Flug TLV nach ETM dauert nicht lang: Nach einer knappen Stunde sind wir um 15 Uhr auf dem Flughafen Ramon gelandet.

Der Flughafen Ramon in Eilat ist sehr klein.

Auf dem kleinen Flughafen herrschte null Betrieb, aber vor dem Gebäude warteten ausreichend Taxis. Für 100 Schekel (NIS, circa 25 Euro) brachte uns der Fahrer innerhalb einer guten Viertelstunde zum Yitzhak Rabin Terminal, also zum israelischen Grenzübergang. Auf der jordanischen Seite heißt der Grenzübergang Wadi Araba Crossing.

Vom Flughafen aus ging es für uns mit dem Taxi zum Grenzübergang.

Wie viel kostet die Grenzüberquerung von Israel nach Jordanien?

Wer Israel über die Landgrenze verlassen möchte, muss eine Ausreisegebühr zahlen. Pro Person beträgt sie 107 NIS (circa 28 Euro). Weil wir zu zweit waren, haben wir ein Mü Rabatt erhalten und 209 NIS gezahlt.

An dem Gebührenschalter hat man lediglich die Möglichkeit, bar zu zahlen. Unser übriges israelisches Bargeld konnten wir am gleichen Schalter von Schekel in jordanische Dinar (JOD) umtauschen.

Wie läuft die Grenzüberquerung ab?

Mit dem Zahlungsbeleg stellt man sich an einem zweiten Schalter an, an dem die Pässe geprüft und gescannt werden und man eine Exit Permit, eine Ausreiseerlaubnis, erhält. Dabei handelt es sich wie bei der Einreiseerlaubnis um einen Papierzettel.

Mit dem Zahlungs- sowie dem Ausreisebeleg geht‘s durch einen Duty-Free-Shop zu den jordanischen Schaltern weiter. Dort fällt eine Einreisegebühr an. Wir mussten sie nicht zahlen, da wir uns vorab online den Jordan Pass gekauft und ausgedruckt hatten. Der Jordan Pass beinhaltet bereits die Einreisegebühr sowie den Eintritt zu mehreren jordanischen Sehenswürdigkeiten wie Petra und Wadi Rum.

An zwei weiteren Schaltern wurden unsere Jordan Passes sowie unsere Pässe geprüft. Lediglich einmal fragte ein Beamter, wie lange wir in Jordanien bleiben würden und was unser nächstes Ziel sein würde. 

Nachdem wir einen weiteren Duty-Free-Shop durchquert hatten, standen wir auf jordanischem Boden. Die Prozedur hat etwa eine Viertelstunde gedauert, weil außer uns lediglich ein weiteres Paar zum gleichen Zeitpunkt die Grenze überquerte – wir waren Ende September unterwegs.

Wie geht es auf der jordanischen Seite weiter?

Vor dem Wadi Araba Crossing gibt es einen großen Parkplatz, auf dem wir uns wieder ohne Probleme ein Taxi nehmen konnten. Auf einem Schild stehen Preisempfehlungen für Taxifahrten, um Tourist*innen eine Orientierungshilfe zu geben. Eine Fahrt in die Innenstadt von Aqaba sollte demnach 8,50 JOD (circa 11 Euro) kosten. Weil uns der Taxifahrer direkt vorm Hotel absetzte, haben wir ein bisschen mehr gezahlt. Vorm Hotel gab es einen ATM, an dem wir JOD abheben und die Taxifahrt bezahlen konnten.

Wir hatten vorher noch nie eine Landgrenze mit Kontrolle überquert und uns die Prozedur komplizierter vorgestellt. Aber da in unserem Fall weder Wartezeiten noch langwierige Befragungen anfielen, war die Angelegenheit schnell erledigt.

24. Mai 20181 Kommentar

So setzen sieben deutsche Publisher Facebook-Gruppen ein

Facebook modelt seinen Newsfeed um, und Publisher müssen darauf reagieren, damit ihre Inhalte weiterhin beim Publikum ankommen. Eine häufig empfohlene Strategie – unter anderem von Martin Giesler in einem seiner Social-Media-Briefings im Januar – lautet: Baut Facebook-Gruppen auf und aus!

Aber welcher Nutzen lässt sich aus dem Auf- und Ausbau von Gruppen tatsächlich ziehen? Können starke Gruppen mögliche Traffic-Einbrüche von Seiten ausgleichen? Oder taugen die Communitys nicht viel eher dazu, Protagonist*innen und Themen zu identifizieren?

Ich habe bei ein paar Kolleg*innen nachgefragt, die sich schon länger mit dem Thema beschäftigen, wie sie Gruppen nutzen und was sie bisher gelernt haben. Folgende sechs, alphabetisch nach Medium sortierten Erfahrungsberichte sind bei mir eingetrudelt – ein siebtes Statement hänge ich selbst für ze.tt an, wo ich als Head of Development und stellv. Redaktionsleiter tätig bin.

BILD – Andreas Rickmann

Wir testen Gruppen auf Facebook bereits seit längerer Zeit mit jeweils unterschiedlichen Zielen: Unter anderem wollen wir Input von unseren Nutzern erhalten, engere Verbindungen zu ihnen knüpfen und Feedback abholen. Wir schauen uns auch an, welche Reichweiten unsere Inhalte dort im Vergleich zu Pages erzielen, wie wir Leute auf unser Portal holen und dort zu zahlenden Abonnenten machen können.

Generell sehen wir in Gruppen gute Wachstums- und Interaktionsraten. Thematisch sind wir vor allem in spitzen Zielgruppen unterwegs (Beispiele: Formel 1, WM), haben aber auch ergänzend zu Podcasts Gruppen eingerichtet (Beispiel: Unser Tech Freak Podcast). Nach unseren ersten Erfahrungen sind Gruppen auch eine gute Möglichkeit für Reporter, sich thematische Communities aufzubauen.

CORRECTIV – Jonathan Sachse

Bei CORRECTIV experimentieren wir seit einiger Zeit mit Gruppen auf Facebook. Wir sehen darin eine große Chance, innerhalb des Facebook-Universums die Qualität von Diskussionen zu erhöhen. Es gibt bei uns zwei unterschiedliche Arten von Gruppen.

Zum einen die Gruppen, bei denen wir zu einer Recherche ins Gespräch kommen. Damit haben wir schon vor zwei Jahren mit einer Pflege-Gruppe begonnen, der sich mehr als 1.500 Leute angeschlossen haben. In der Gruppe „Alte Apotheke“ kommen wir zum Apotheker-Pansch-Skandal mit mittlerweile fast 1.000 Leuten ins Gespräch. Bei unserer Bürgerrecherche zum Wohnungsmarkt in Hamburg tauschen sich mehr als 600 Leute in einer FB-Gruppe aus. Das Gute bei solchen Gruppen, die einen Bezug zur Recherche haben: Wir lernen uns gegenseitig kennen und schaffen Vertrauen. Interessierte lernen uns als Reporter kennen. Wir begegnet uns auf Augenhöhe. In manchen Fällen ist die Gruppe somit eine Basis für einen weiteren Austausch, der im besten Fall offline fortgesetzt wird.

Ganz neu ist die Gruppe „CORRECTIV Kaffee Club“. Wir haben vor kurzem einen Buch, Café- und Eventladen in Essen eröffnet und bauen drumherum eine Community auf. Wer dort Mitglied wird, verpasst nichts und erhält immer wieder besondere Angebote. Wir sammeln dort Ideen für Themen, die wir im „Kaffe-Club“ diskutieren wollen.

Huffington Post Deutschland – Jan David Sutthoff

Wir haben aktuell vier Facebook-Gruppen, manche davon schon etwas älter, manche noch sehr jung. Zwei widmen sich Eltern – einer Community, die bei uns sehr stark ist. In der dritten geht es um Europa. Und die vierte stellt „gute“ Nachrichten in den Mittelpunkt.

Einige Gruppenmitglieder diskutieren gerne – und das dann auch auf einem wirklich angemessenen Niveau. Andere treten einfach bei, weil sie sich mit dem Gruppennamen identifizieren, etwa: „I would change my passport into a European one“. Ein bisschen wie bei studiVZ früher.

Ohne Engagement von unserer Seite wachsen die Gruppen nur wenig. Das wollen wir ändern, indem wir die Gruppen in dazu passenden Artikeln oder Newslettern bewerben. Idealerweise finden wir auch unter den Mitgliedern Leute, die Lust haben, Moderator für eine Gruppe zu sein und Unterhaltungen anzustoßen.

Grundsätzlich sind wir überzeugt vom Konzept der Facebook-Gruppen. Wir finden den Gedanken super, Menschen zusammenzubringen, die ein gemeinsames Interesse an einem bestimmten Thema haben. Damit helfen wir ihnen und stärken gleichzeitig unsere Marke.

Krautreporter – Rico Grimm

Die ersten thematisch eingegrenzten Facebook-Gruppen haben wir schon vor vier Jahren gegründet, um Orte zu schaffen, an denen wir mit unseren Mitgliedern gemeinsam an Texten arbeiten zu können. So hatten wir beispielsweise mit einer Gruppe von 15 Mitgliedern dokumentiert, wie viele Menschen Erdogan nach dem Putschversuch verhaften oder entlassen ließ.

Nun, auch nach den Änderungen im Facebook-Newsfeed, haben wir diese Gruppen ergänzt durch eine große offenere Variante mit mehr als 5000 Mitgliedern. In dieser Gruppe weisen wir auf neue Texte hin – aber Reichweite lässt sich mit ihr kaum erzeugen. Dafür ist sie umso besser geeignet für den schnellen Austausch über Themenideen und neue KR-Features. Grob über den Daumen gepeilt, stammt jede vierte oder fünfte Artikelidee aus Diskussionen in dieser Gruppe.

Mit Vergnügen – Matze Hielscher

Wir von Mit Vergnügen schauen immer, wie wir mit unseren Leser und Leserinnen enger zusammen rücken können. Neben einem WhatsApp Club, vielen kleinen Events (GNTM Schauen, Super Mario im Büro zocken) haben wir auch ein paar Facebook-Gruppen.

Interessant ist, dass die interaktivste Gruppe die von unserem Podcast "Klatsch & Tratsch" ist. Dort tratschen jeden Tag die "Klatsch & Tratsch Ultras" über den neusten Gossip und es macht wahnsinnig Spaß, dies zu verfolgen. Man muss sich nicht schlecht fühlen, wenn man sich für den aktuellen Beziehungsstatus von Bonnie Strange interessiert. Die Hosts Max und Elena bekommen hier viele Tipps, hin und wieder auch mal exklusivsten Material, da sich auch ein paar Prominente in der Gruppe befinden. Das landet natürlich im Podcast. So baut sich eine lustige unbd lebendige Community auf, die sich auch untereinander gut versteht. Next step: eine Kreuzfahrt.

piqd – Frederik Fischer

Wir haben mit "piqd: mind the gap" überwiegend gute Erfahrungen gemacht. In kurzer Zeit wuchs die Gruppe auf über 1.300 Mitglieder. Die Diskussionen sind beeindruckend konstruktiv. Es hat sich schnell ein "harter Kern" an heavy Usern gefunden. Insbesondere ein User, hat von selbst den Hut des "Community Managers" aufgesetzt. Wir haben ihn nun als piqer übernommen und überführen so besonders relevante Diskussionen aus der Gruppe zu piqd.

Die Gruppe wächst ohne Zutun kaum. Unsere Wachstumsstrategie: Wir bewerben die Gruppe einmal in der Woche im Newsletter. Das führt jeweils zu ca. 80 neuen Nutzern. Der Traffic spielt für uns keine Rolle. Zum Glück – da kommt kaum etwas bei rum.

Und zum Schluss: ze.tt

Zurzeit betreiben wir bei ze.tt drei Facebook-Gruppen: eine mit schöner Unterhaltung für zwischendurch, eine zu Beziehungsfragen – und die Gruppe "Feminismus – mit ze.tt". Die möchte ich herausstellen, weil sie am besten funktioniert.

Circa 500 Mitglieder diskutieren hier täglich über Inhalte, die sie bei uns oder im Netz gefunden haben. Unser Moderationsaufwand hält sich in Grenzen, da sich die Gruppe weitestgehend um sich selbst kümmert: Nachdem männliche Nutzer antifeministische Kommentare gepostet hatten und klar war, dass sie nicht an einer vernünftigen Diskussion interessiert waren, stieg die Gruppe mit uns in eine Diskussion über die Gruppenregeln ein. Im Dialog klärten wir ab, die Netiquette konsequenter durchzusetzen.

Seitdem wird der Zutritt zur Gruppe von uns genehmigt, die User*innen machen uns auf Verstöße gegen die Netiquette aufmerksam, Kommentare löschen wir unter Bezugnahme auf die Regeln und mit dem Einverständnis der Mitglieder. Eine Kreuzfahrt wird's wie bei Mit Vergnügen erst mal nicht geben; aber wir wollen uns künftig wie etwa Krautreporter verstärkt darum bemühen, Themeninput aus der Community zu gewinnen.

28. Februar 2018Keine Kommentare

So kreativ lassen sich Karussell-Posts auf Instagram nutzen

Wenn Journalist*innen über Instagram sprechen, dann geht es dabei zurzeit meist um Stories. Wie viele Slides sollte eine Storie maximal umfassen, damit die User*innen dabei bleiben? Sollten Stories eine Geschichte auserzählen oder an einem bestimmten Punkt auf einen Artikel verweisen? Welche Erzählformen eignen sich am besten für das Format? Und so weiter.

Alles wichtige Fragen, wenn man sich mit dem Thema Instagram beschäftigt, klar. Aber lasst uns kurz einen Schritt zurück machen. Zurück zum Feed. Ich finde: Wir haben das kreative Potenzial des Feeds journalistisch noch nicht ausgereizt, den Karussell-Post haben wir geradezu sträflich vernachlässigt. Dabei ist er ziemlich toll.

Was ist ein Karussell-Post?

Karussell-Posts (oder Slideshows) umfassen bis zu zehn Bilder. Die Posts können an beliebiger Stelle auch Videos von maximal 60 Sekunden Länge beinhalten. Mobil navigiert man per Wisch durch das Format hindurch. Das Schöne daran: Es entsteht der Eindruck, dass alle Bilder miteinander verbunden sind. Am Desktop verliert das Format ein wenig seinen Reiz: Dort klickt man sich wie durch eine klassische Fotostrecke von Bild zu Bild.

Wo sind Karussell-Posts im Einsatz?

Im Marketing-Kontext taucht das Format verhältnismäßig häufig auf. Modelabels nutzen Karussell-Posts, um Kollektionen gebündelt vorzustellen; Autohersteller präsentieren auf diese Weise neue Modelle; Tourismus-Unternehmen machen Destinationen schmackhaft, die sie ansteuern. Beispiele von H&M und Mercedes:

Ein Beitrag geteilt von H&M (@hm) am

Warum ist das Format für Journalist*innen interessant?

Karussell-Posts eignen sich meiner Meinung nach perfekt, um Geschichten zu erzählen. Der Vorteil gegenüber Stories besteht darin, dass Karussell-Posts über 24 Stunden hinaus verfügbar sind und auch in Artikel eingebettet werden können. Wir könnten Listicles, Tutorials, Erklärer, Mini-Magazine oder clevere Artikelteaser in Karussell-Posts aufbereiten. Wie das aussehen könnte, haben bereits ein paar kluge Menschen vorgemacht. Ein paar Beispiele:

Statt seinen Feed mit drölftausend Urlaubsfotos zu befüllen, gestaltete Johannes Klingebiel ein kleines Fotoalbum samt Annotationen aus dem Material eines New-York-Trips.

Christoph Rauscher experimentiert schon länger mit dem Format. Er erzählte damit bereits kleine Geschichten ...

... und teaserte Arbeiten an.

Für den monothematischen Dossier-Account zur Landshut-Entführung nutzten wir bei Springer den Karussell-Post, um einzelne Protagonist*innen der Geschichte multimedial vorzustellen.

Bei Bild gaben wir auf diese Weise Infografiken ein neues Antlitz:

Ein Beitrag geteilt von bild (@bild) am

Was nervt an dem Format?

Problematisch ist, dass wir den Erfolg eines Karussell-Posts nur oberflächlich analysieren können. Anders als bei Stories spucken die Instagram-Statistiken keine Info darüber aus, bis zu welchem Slide die Zielgruppe gewischt hat. Auch beim Embed des Formats gibt es immer wieder Darstellungsfehler, vor allem bei mehreren Posts hintereinander (was mich auch hier in WordPress dazu bewogen hat, auf Embeds zu verzichten und die Posts als Bilder einzubauen).

Hier gibt's ein Gratis-Template

Wenn ihr gleich loslegen wollt, euch mit Karussell-Posts auszutoben, könnt ihr hier kostenlos und lizenzfrei ein sehr simples Photoshop-Template (circa 9,2 MB) herunterladen, das ich für diesen Versuchspost gebastelt habe. Ich freue mich, wenn ihr mich im fertigen Post vertaggt oder mir einen Link schickt.

Zeigt euren Nutzer*innen mit Karussell-Posts, dass ihr Instagram verstanden habt und auch im Feed zu kreativen Höchstleistungen fähig seid! Leute wie ich werden euch dafür mögen.

Ihr kennt weitere kreative Beispiele für tolle Karussell-Posts? Schreibt sie in die Kommentare!

31. März 20169 Comments

A Beginners Guide To Podcasts

Seit ein paar Monaten begleiten mich Podcasts zur Arbeit und zurück, manchmal wiegen sie mich in den Schlaf. Und ich finde immer mehr tolle Serien und Folgen, an denen ich hängen bleibe. Um meine Erkundungsreise durch die schöne neue Podcast-Welt zu ordnen und euch womöglich anzufixen, folgt hier eine kleine Sammlung von Casts und Texten, die ich als besonders hörens- und lesenswert erachte.

Wer weitere Empfehlungen in petto hat, kann sie muss sie mir unbedingt an diese Mail-Adresse oder diesen Twitter-Account senden. Herzlichsten Dank im Voraus.

1. Kuratoren

+ Wer nicht nur Podcasts entdecken, sondern auch Details über die Branche erfahren möchte, landet unweigerlich bei Nicholas Quah. Früher hat der US-Journalist für Business Insider und Buzzfeed geschrieben, jetzt widmet er sich fast ausschließlich den Audio-Formaten. Sein wöchentlichter Newsletter Hot Pod ist ein Essential, wie die coolen Kids heute wohl sagen würden. Wer sein Mail-Postfach am liebsten klinisch rein mag, findet den Newsletter auch als Kolumne beim Nieman Lab.

+ Keinen Bock auf das Branchen-Blabla des Quah? Dann rasch ein Newsletter-Abo von Adolescence is a marketing tool zulegen! Darin rattert die Journalistin Sara Weber in angenehmem Plauderton Hörempfehlungen runter. Auch wöchentlich, auch auf Englisch.

+ Seit die Kriminalstory Serial Podcasts näher an den Mainstream gerückt hat, beschäftigen sich Medien zunehmend mit dem Thema: Redakteure bei Spiegel Online haben unter anderem feine Empfehlungen zusammengetragen, ebenso Mit VergnügenKleinerdrei und Buzzfeed USA.

2. Plattformen

+ Man kann Kuratoren vertrauen – oder geht selbst auf Entdeckungstour. An iTunes kommt man dabei nicht vorbei, hier gibt's immer noch die meisten Podcasts und aktuellen Folgen.

+ Aber auch Spotify füllt die recht junge "Shows"-Sektion eifrig mit Video- und Audio-Beiträgen. Weil ich mein kostenpflichtiges Abo bei dem Streaming-Dienst ordentlich schröpfen möchte, höre ich hier am meisten.

+ Schick gemacht ist auch Acast, quasi das Spotify für Podcasts, und kostenlos ist es auch noch. Vornehmlich gibt's hier die gängigen englischsprachigen Stücke zu hören. Da Acast aus Schweden kommt, finden sich in den Archiven auch viele schwedische Folgen. Bestimmt spannend für die, die's verstehen können.

+ Ja, Soundcloud ist auch eine Fundgrube für Podcast-User. Checke ich aber nur selten, passt nicht in mein Mediennutzungsverhalten. Aber immerhin lassen sich die Casts über Soundcloud am besten einbetten.

+ Noch mit überschaubarer, aber spannender Auswahl kommt Viertausendhertz daher. Die Macher bezeichnen das Angebot als "Label für AutorInnenpodcasts" (bei Vocer findet ihr mein Interview mit Christian Grasse, einem der Gründer). Besonders hörenswert: In "Nur ein Versuch" zeichnet Hendrik Efert nach dem Aufstehen seine Erinnerung an Träume auf und verpackt sie in experimentelle Klangtagebücher (hier geht's zu Folge eins). Und damit wären wir auch schon konkret bei ...

3. Podcast-Empfehlungen

+ Reddit ist eine Fundgrube voller wunderbarer Netzgeschichten. Das weiß die Reddit-Crew am besten und widmet den beachtenswertesten Geschichten den Podcast Upvoted – beziehungsweise ist hier das Präteritum angebracht, seit einem halben Jahr gibt's keine neuen Folgen mehr, schnüff. Die alten sind aber sehr hörenswert.

+ Sampler kuratiert Podcasts, zeigt Ausschnitte, kommentiert, ist megagut. Gerade für den Einstieg. Herrlich vor allem diese Folge über einen Typen, der einen Disneyland-Podcast aufzog:

+ Lore ist besonders eindrucksvoll, wenn man den Podcast nachts hört. Immerhin analysiert Aaron Mahnke darin unsere Ängste und steigt urbanen Horrorlegenden nach. Das Credo: "Sometimes the truth is more frightening than fiction." Uaahhh.

+ Ich habe früher schon Hörspiele geliebt und ich liebe sie jetzt auch noch (bei ze.tt habe ich ein paar spannende Erwachsenen-Hörspiele zusammengestellt). Eher verkopfte, sperrige, zum Grübeln anregende Stücke sammelt der Podcast SWR2 Hörspiel.

+ Ich bin vor vier Jahren nach Berlin gezogen, um ein eigenes Ding aufzubauen – seit ich an diesem Ding nicht mehr baue, bin ich weitestgehend aus der Startup-Szene raus; Startup von Alex Blumberg und Lisa Chow höre ich trotzdem gerne. Womöglich kann ich das dort Gelernte ja noch mal anwenden.

+ Der BBC-Podcast The English We Speak klärt über Slang-Formulierungen und Floskeln auf. Kann man zwar nie anwenden, ist aber trotzdem unterhaltsam.

+ Um mich am Ende mit einer elenden deutschen Floskel unbeliebt zu machen: An Lena Dunham scheiden sich die Geister. Zwar regt mich ihr Charakter Hanna in der fünften Staffel von "Girls" immens auf, von der Schauspielerin, Autorin und seit einer Weile auch Newsletter-Initiatorin (spannende Insights zum Lennyletter gibt's hier) habe ich aber noch nicht genug. Deshalb höre ich ihr sehr gerne zu, wenn sie in der abgeschlossenen Miniserie Women Of The Hour mit unterschiedlichen Frauen spricht.

Und nun: Vergnügliches Hören!

10. Januar 2016Keine Kommentare

Fünf Tage in Israel

Ende 2015 reisten 180 junge Menschen auf Einladung der israelischen Botschaft nach Israel: Zum 50-jährigen Bestehen deutsch-israelischer Beziehungen sollten sie Land und Leute kennenlernen. Ich war mit dabei. Ein kurzer Reisebericht.

Disclaimer: Für die Teilnahme an der Reise habe ich Urlaub genommen; über Tweets, Instagram-Bilder und diesen Artikel hinaus habe ich nicht über sie berichtet. Dieser Beitrag dient gleichzeitig als Prüfungsleistung meines Studiums an der Hamburg Media School im Modul "Innovative Webtechnologien". Alle Fotos veröffentliche ich unter CC BY 2.0-Lizenz.

 

Die Einladung

 

Im Juni 2015 erreichte mich diese Nachricht:

"Sehr geehrter Herr Heywinkel, in der Anlage finden Sie eine persönliche Einladung S.E. des Botschafters des Staates Israel Herrn Hadas-Handelsman zu einer Reise für junge deutsche Führungskräfte nach Israel."

 

Aha, schon klar, dachte ich, und kloppte die Mail in den Spam-Ordner. Erst ein freundlicher Reminder ließ mich das Ganze noch mal genauer lesen. Die israelische Botschaft in Berlin lud tatsächlich 180 junge Leute aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien nach Israel ein. Für fünf Tage – zwei Nächte in Jerusalem, zwei Nächte in Tel Aviv. Die TeilnehmerInnen erwartete ein prall gefülltes Programm, auch Treffen mit Reuven Rivlin und Benjamin Netanjahu waren bereits angeleiert. Der Anlass: Das Bestehen diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel seit 50 Jahren.

Ich sei auf Empfehlung ausgewählt worden, ließ mich die Botschaft auf telefonische Rückfrage wissen. Vom 29. November bis 3. Dezember 2015 könne ich mich der Reisegruppe der so genannten "Young German Leaders" anschließen. Zwar fand ich mich in dieser Bezeichnung nicht wieder. Da aber keine Verpflichtung bestehen sollte, über die Reise zu berichten, und ich nach euphorischen Reiseberichten unter anderem von Eva Israel auch endlich einen Besuch abstatten wollte, nahm ich Urlaub – und sagte zu.

 

Die TeilnehmerInnen

 

Die 180 TeilnehmerInnen umfassende Reisegruppe wurde in drei Gruppen aufgeteilt: "Wirtschaft und Innovation", "Gesellschaft" und "Kultur". Ich tingelte in der 50 Personen umfassenden Kultur-Gruppe durch Theater, Museen und Kunsthochschulen. Die Gruppe bestand aus 24 Frauen und 26 Männer, der Großteil der TeilnehmerInnen wohnt in Berlin.

 

Unsere Stationen

 

Direkt nach Ankunft in Tel Aviv fuhren wir nach Jerusalem, um dort die ersten zwei Tage der Reise zu verbringen. Wir besuchten unter anderem die Sam-Spiegel-Filmhochschule, nahmen an einer Verkostungstour auf dem Markt Machne Yehuda teil und hörten mehrere Vorträge im Außenministerium.

Mein Highlight in Jerusalem war der Spaziergang durch die Altstadt samt kurzem Besuch der Klagemauer. Die letzten Schritte bis zur geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeit habe ich im 360-Grad-Video festgehalten.

klagemauer

In Tel Aviv stiegen wir im Hotel Herods mit Meerblick ab. Während unseres Aufenthalts statteten wir zwei Theatern im sonnigen Jaffa einen Besuch ab und stürzten uns bei einer Bartour ins Nachtleben. Zwischendurch blieb auch noch ein bisschen Zeit, bei klarem Himmel, aber mit Jacke und Schal entlang der Mittelmeerküste zu schlendern. Die folgende Karte zeigt sämtliche unserer Stationen mit kurzen Infos, was wir wann wo erlebt haben.

 

Ein Fazit

Obwohl wir fünf Tage in Israel unterwegs waren, mussten wir durch das sehr dichte Programm weitestgehend durchhetzen. Oft blieb kaum Zeit, sich bei den einzelnen Stationen intensiv mit unseren Gastgebern auszutauschen. Um dieses widersprüchliche Land zu verstehen, hat der kurze Besuch also nicht ausgereicht. Aber der kurze Einblick in das Leben in Israel hat mich angefixt, ich muss unbedingt noch mal hin.

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