17. Juli 2016 - Keine Kommentare!

„Stranger Things“ ist die beste Horror-Mystery-Serie, die je auf Netflix lief

Bis zur "Twin Peaks"-Fortsetzung dauert es noch ein Weilchen. Die neue Netflix-Serie "Stranger Things" ist ein hervorragender Lückenfüller. Eine Kurzkritik.

Wir befinden uns in den 80ern, in einem Kaff in Indiana. Das Schlimmste, das hier jemals passiert ist? "It was when an owl attacked Eleanor Gillespie's head, because it thought that her hair was a nest", erzählt Sheriff Jim Hopper. Und mit diesem Spruch ist das Unglück programmiert: Eines Nachts verschwindet der 12-jährige Will Byers spurlos, bald wird er für tot erklärt. Aber ist er's wirklich? Seine Mutter behauptet, Will bringe aus dem Jenseits Lampen zum Flackern, um mit ihr zu kommunizieren. Wills beste Freunde stolpern in ein Mädchen mit Superkräften, das sie ebenfalls daran zweifeln lässt, dass ihr Kumpel verloren ist. Kompasse spielen verrückt. Ein Monster wird in den Wäldern gesichtet. Und in einer Forschungseinrichtung gehen merkwürdige Dinge vor sich.

Nachdem er vier von acht Folgen der neuen Netflix-Serie "Stranger Things" gesehen hat, schreibt mir ein Freund aus Hamburg: "Ich finde es super spannend, aber irgendwie bisher noch ein bisschen eindimensional von der Erzählung." Ich finde: Das Beste an der Serie ist gerade diese Schlichtheit der Geschichte. "Stranger Things" rollt nicht wie "Lost" oder "Akte-X" ein endloses Rätselraten aus, sondern kommt rasch auf den Punkt. Statt sich in langwierigen Flashbacks zu verlieren, wirft die Gruselserie nur auf sehr ausgewählte Ereignisse im Leben weniger Charaktere einen Blick zurück, um ihre Motivation zu untermalen. Besonders kurzweilig gelingt den Buffer-Brüdern ihre Steven-Spielberg-Hommage, indem sie ihre Charaktere keinen gängigen Filmklischees aus Horror-Streifen aufsitzen lassen. Statt sich über ihre Monstersichtungen auszuschweigen, vertrauen sich die Figuren einander an, brechen das in Filmen und Serien viel zu oft strapazierte Hierarchiegefälle Eltern-Kinder auf und lösen die Rätsel der Geschichte auf diese Weise gemeinsam sehr zügig.

Dazu ein tristes US-Kleinstadt-Setting à la "Twin Peaks". Ein retroesker Soundtrack. Und eine durchweg gute Besetzung. Fertig ist die erste Horror-Netflix-Serie, die ich uneingeschränkt zum sofortigen Bingen empfehlen kann.

Veröffentlicht von: Mark in Film & Fernsehen

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