14. Juli 2015 - Keine Kommentare!

Fünf Fragen an Mit Vergnügen

Erst haben Pierre Türkowsky und Matze Hielscher Partys geschmissen - jetzt berichten sie auf Mit Vergnügen vor allem über Events, die andere in Berlin veranstalten. Matze hat fünf Fragen zur Plattform beantwortet.

Matze, wieso gibt es Mit Vergnügen?

Matze Hielscher: Pierre und ich haben vor sieben Jahren angefangen, neben unseren Hauptberufen Partys zu veranstalten. Als der Club insolvent gegangen ist, in dem Pierre gearbeitet hat, und sich die Band aufgelöst hat, in der ich gespielt habe (Anm.: Es handelte sich um Virginia Jetzt!), haben wir beschlossen, gemeinsame Sache zu machen. Das war vor fünf Jahren. Anfangs lag unser Fokus auf dem Veranstalten von Partys - das Blog war im Grunde nur als eine andere Form von Webseite gedacht. Das hat sich nun komplett verschoben. Heute fokussieren wir uns hauptsächlich auf unsere Plattform und veranstalten eher seltener Partys.

Mit eurer Hielscher und Türkowsky GbR unterhaltet ihr nicht nur Mit Vergnügen, sondern seit 2013 auch die Agentur von Welt. Inwiefern überschneidet sich beides? Lassen sich Plattform und Agentur noch voneinander trennen?

Wir haben von Anfang an nicht nur eigene Partys veranstaltet, sondern auch für andere gearbeitet. Unseren ersten Auftrag haben wir vom Michelberger Hotel bekommen, dort haben wir uns um das Kulturprogramm gekümmert. Recht schnell kamen dann Marken wie Telekom, Jägermeister und weitere lokale Unternehmen dazu, mit denen wir seit Jahren immer wieder arbeiten. Unser Ansatz ist, dass wir 50 Prozent eigene Projekte verfolgen und 50 Prozent eher als Dienstleister fungieren. Die Agentur haben wir vor allem gegründet, um das klarer zu trennen. Auch für Außenstehende.

Matze und Pierre spielen sich selbst. Nur andersrum.

Ein von Mit Vergnügen (@mitvergnuegen) gepostetes Foto am

Manch einem ist die Trennung allerdings nicht scharf genug, da ihr immer wieder Native Advertising als Werbeform wählt oder einzelne Empfehlungen in Service-Artikeln sponsern lasst. Welchen eigenen, möglicherweise journalistischen Maßstäben folgt ihr bei euren Anzeigen?

Wir setzen in allen Artikeln darauf, unsere Leser zu unterhalten, zu informieren und zu inspirieren - und das nach bestem moralischen Gewissen. Das steht für uns an erster Stelle und das gilt auch für den gesponserten Teil, der circa zehn Prozent einnimmt. Wenn man so will, sind das die vergnügten Maßstäbe. Ob das journalistisch korrekt ist, kann ich nicht beantworten. Ich bin kein Journalist.

Wie schätzt du die aktuelle Situation für lokale digitale Magazine und Blogs in Berlin ein: Sind alle Nischen besetzt oder ist da noch Platz?

Ich glaube, dass es da noch immer viel Platz gibt. Diese Stadt hat so viele Ecken, die durch unterschiedlichste Blickwinkel betrachtet werden können. Gerade im urbanen Sportbereich gibt es noch nicht wirklich etwas. Ich sehe auch nicht, dass digitale Medien in Konkurrenz zueinander stehen. Wir können uns vielleicht nur ein Fahrrad und einen Computer leisten, aber wir können ja alle viele unterschiedliche Medien konsumieren.

Ihr seid nach Hamburg expandiert. Gibt's schon Pläne für die nächste Stadt?

Es gibt immer wieder Gespräche mit Menschen aus Köln und auch München, aber bisher steht noch nichts konkret fest. Es muss einfach klick machen. Das ist der Hauptmaßstab für alles, was wir machen.

Dieses Interview habe ich für den WiWo-Gründer-Artikel "Hyperlokale Blogs: Berichten am Limit" geführt.

Veröffentlicht von: Mark in Arbeit & Projekte

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