26. November 2013 - 2 Kommentare

Paypal startet Pilotprojekt für bargeldloses Bezahlen in Berlin

Mit der neuen Paypal-App lässt sich in zehn Gastrobetrieben in Berlin bargeldlos zahlen.

In der Regel sucht man die hübsche Ocelot-Buchhandlung in Berlin-Mitte auf, um - jipp - Bücher zu shoppen. Heute Morgen stand allerdings der Ocelot'sche Cafébetrieb im Mittelpunkt des Besucherinteresses: Paypal und Orderbird verdeutlichten bei einem kleinen Presse-Event, wie unkompliziert man mit der neuen Paypal-App bargeldlos Kaffee, Espresso und Co. zahlen kann.

Damit das digitale Bezahlen funktioniert, sind zwei Dinge erforderlich: Die Kassensystemsoftware Orderbird auf dem iPad des Restaurants einerseits - und die Paypal-App auf dem Smartphone des Kunden andererseits. Über die App checkt der Kunde in einem Gastrobetrieb ein, das Kassensystem erkennt dann den Check-in und zieht beim Bezahlen den offenen Betrag via Paypal beim Kunden ab. Dass auch tatsächlich der richtige Kunde die Zeche zahlt, prüft der Kellner anhand des Profilbildes. Bisher funktioniert all das lediglich in zehn teilnehmenden Shops rund um den Rosenthaler Platz - mit dabei sind zum Beispiel das Café Du BonheurMaki ("Chicken Katsu Roll", mjam!), The Barn und Mogg & Melzer. Sobald Orderbird und Paypal das bargeldlose Bezahlen dort ausgiebig erprobt haben, soll das System auf weitere Gastronomiebetriebe übertragen werden.

Einfach ist das Ganze und überaus praktisch, zugegeben. Aber gerade hierzulande werden sich Paypal und Orderbird wohl in Zukunft noch mehrfach mit der Datenschutzfrage auseinandersetzen müssen. Denn wo landen all die Informationen, die beim bargeldlosen Zahlen via Smartphone gesammelt werden? Weiß dann nur Ocelot, wie oft ich was wann bei ihnen getrunken habe? Oder kann Orderbird theoretisch detailgetreu kartographieren, welche Restaurants ich in Deutschland zu welchem Zeitpunkt besucht habe? Die vorläufige Antwort hierauf bei der kurzen Pressekonferenz lautete kurz und knapp: "Es werden nur Daten gespeichert, die Sie uns auch geben wollen." Hm.

Veröffentlicht von: Mark in Games & Gadgets

Kommentare

Nicole
26. November 2013 um 16:20

Hallo Mark,

ich habe gerade Deinen Artikel entdeckt – super! Wie ich lese, sind einige Fragen zum Datenschutz nicht ganz umfassend beantwortet worden. Ja, es werden nur Daten gespeichert, die Kunden auch hergeben wollen, greift natürlich etwas kurz: PayPal als Zahlungsdienstleister teilt keine Daten oder finanzielle Informationen von Kunden mit den Händlern und auch orderbird als Kassensystemlösung der teilnehmenden Gastronomen.

Wenn Informationen von Kunden genutzt werden, um Händlern zu helfen, besser mit ihren Kunden zu kommunizieren, tut PayPal dies immer gemäß seinen Datenschutzrichtlinien. Das heißt: PayPal holt vorher immer die ausdrückliche Zustimmung der Kunden ein, bevor sie deren Informationen nutzen. Das wäre ja beispielsweise im Rahmen von Kunden- oder Bonusprogrammen denkbar ähnlich der Stempelkarte, bei der der 10. Kaffee aufs Haus geht. Es gibt also keine Karthografie des Kaffees oder Restaurantbesuchs, da hier kein Datenaustausch zwischen PayPal, orderbird und dem Händler stattfindet.

Viele liebe Grüße und danke für den tollen Beitrag
Nicole von orderbird

Dennis Lorek
27. November 2013 um 14:23

Ich finde es eigentlich erstaunlich, wie sich unsere Banken die Butter vom Brot nehmen lassen. Paypals Existenz ist eigentlich dem Umstand zu verdanken, dass in den USA Rechnungen per Scheck bezahlt werden und somit für den Onlinehandel völlig ungeeignet sind.

Bei uns sieht die Situation jedoch ganz anders aus. Rein technisch dürfte es heutzutage kein Problem mehr sein eine Zahlung innerhalb von sagen wir mal 5 Minuten vom eigenen Bankkonto auf dem des Händlers gutzuschreiben.

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