28. Oktober 2013 - Keine Kommentare!

„Asterix bei den Pikten“: In Gallien nichts Neues

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Die Abenteuer von Asterix und Obelix sind super - zumindest der Großteil von ihnen. Vor allem in den Nullerjahren nahm die Qualität der Comicreihe jedoch drastisch ab; und besonders die Nummer 33, "Gallien in Gefahr", war eine ziemlich arge Enttäuschung: Nicht nur hatte Albert Uderzos Zeichenstil erheblich an Charme verloren, zudem war die Story um einen außerirdischen Besucher reichlich platt geraten. Nun hat der Miterfinder der erfolgreichen französischen Serie den Staffelstab an Didier Conrad und Jean-Yves Ferri weitergereicht - und die beiden versuchen in "Asterix bei den Pikten", die gallischen Helden zu alten Tugenden zurückzuführen. Das gelingt auch zum Teil: Ferri orientiert sich mit seinen Zeichnungen stärker am frühen Strich Uderzos, was schön ist, und Conrad rückt Asterix und Obelix sprachlich zumindest ein Stück näher an den Originalton von René Goscinny heran. So richtig Funken sprühen kann die Geschichte über eine Reise ins frühe Schottland dann aber doch nicht, weil die zwei neuen Geschichtenerzähler kaum eigene Ideen abliefern. Zwar darf ein Vorfahre vom Seeungeheuer Nessi ab und an auf- und abtauchen und Obelix einen niedlichen Otter-Vergleich entlocken. Ansonsten begegnen Asterix und Obelix aber zum drölften Mal den ängstlichen Piraten. Wieder verkloppen sie Römer. Wieder geraten sie mit roten Nasen aneinander. Wieder bringen sie ohne Probleme alles in Ordnung. Es ist ja schon schön, einen neuen Asterix in Händen zu halten - nach 35 Comicbänden lässt sich bei der Lektüre aber das ungute Gefühl nicht mehr ausblenden, dass sich die Abenteuer der widerspenstigen Gallier so langsam, aber sicher erschöpft haben. Schnüff.

Veröffentlicht von: Mark in Kunst & Literatur

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