20. April 2013 - 1 Kommentar.

Die Manifestation des Kapitalismus‘ in unseren Leben ist der Wettkampfgeist

Wettkämpfe warten überall. Auf eBay, fünf Sekunden vor Angebotsende. In der ersten Reihe, zehn Minuten vor Konzertbeginn. Am Poolareal des Gran Hotel Atlantis, fünf Stunden vor Sonnenaufgang. Und das sind noch die zu verkraftenden Wettkämpfe unseres Lebens. Schlimmer ist: das Wetteifern um Jobs, um Wohnungen, Frauen, Männer, Aufmerksamkeit. All das ist so absurd beschwerlich, eigentlich sollte man sich nicht noch mehr Herausforderung und Druck im Leben antun. Sollte. Man. Eigentlich. Nicht.

Trotzdem habe ich mich für den 22. Sommernachtslauf in Berlin angemeldet, weil ein Kumpel mich herausgefordert hat. Trotzdem habe ich gestern ein bescheuertes "Ich stopfe mir Essen in die Schnauze"-Bild auf Facebook zum Profilbild gemacht, weil mein Lieblinsgmädchen wettete, ich würde nicht. Trotzdem schreibe ich jetzt "Uff!", weil eine Arbeitskollegin witzelte, ich würde niemals "Uff!" (ha, schon zwei Mal!) in meinem Blog schreiben. Trotzdem zappe ich sogar zu "The Voice Kids" rein, wo Teenies um eine vermeintlich goldene Zukunft als Popstar streiten.

Schluss mit Wettkämpfen und ihrer Eventisierung. Schluss mit Selbstbehauptung. Schluss mit Castingshows, Sportevents, Poetry Slams, "Aushalten", Kanzlerduellen, Pitches, Polls, Votings. Es reicht. Ich gucke noch mal "The Hunger Games" mit Jennifer "Pfannkuchengesicht" (Zitat: Enrico S.) Lawrence, eine der brutalsten Kritiken auf den Wettstreit, und dann ziehe ich mich aus all dem raus. Mindestens drei Monate lang. Schaffe ich - wetten?

Veröffentlicht von: Mark in Leben & Reisen

Kommentare

navucko.
21. April 2013 um 22:53

… ach jetzt verstehe ich auch den sinn des profilbildes bei fratzenbuch.
sehr schön! 🙂
sommernachtslauf in berlin – klingt gut!

Eine Antwort verfassen