23. Januar 2013 - 1 Kommentar.

Der deutschen Bühnen Blogs oder: Ein kurzer Ausflug in die (digitale) Theaterwelt

Das Internet: eine tolle Sache. Darin mitzumischen: essentiell. Vor allem Unternehmen sollten sich dem Netz öffnen, denn - blabla - Zielgruppenerweiterung - blabla - Kundenbindung - blabla ... 2013 ist das alles nicht neu, und vor allem in der Unterhaltungsbranche bemüht man sich auch brav diskursiver Online-Strategien: Wenn sie auch nicht so hyperaktiv twittern wie ProSieben, betreiben doch inzwischen alle wichtigen Sender aktive Accounts bei sämtlichen relevanten Social-Media-Diensten und tauschen sich dort mit ihren Zuschauern aus. Musiklabels versorgen auch die Hörerschaft bei Bandcamp oder Last.fm mit Infos. Literaturverlage spüren den Interessen ihrer Leser in Communitys wie Lovelybooks nach. Und die Theater -

Mischen Theater eigentlich auch im Social Web mit?, ploppte bei mir neulich die Frage auf, als ich über das Blog des Theaters Freiburg stolperte. Auf den hübsch und unprätentiös von Thomas Bartl gestalteten Seiten gewährt das Theaterteam Einblicke hinter die Kulissen. Alles: unheimlich sympathisch. Die Theaterblogger zeigen sich mit Gesicht. Mit dem Leser sind sie per Du. Es gibt Videoclips zu StückenFotostrecken von Proben und auch mal kurze Statements von Zuschauern. Das ist ein Superblog, es hat mir richtig Lust darauf gemacht, das Freiburger Theater einmal zu besuchen.

Eine solche Nähe vermitteln andere Bühnen im Netz nicht. Das Thalia Theater, das Deutsche Schauspielhaus, die Münchner Kammerspiele, das Deutsche Theater, das HAU - sie alle haben eine Website, ja; und sie alle sind bei Facebook; das HAU haut auch auf Twitter Neues raus. Allerdings ist die Kommunikationsstrategie dort leider sehr einseitig und PR-lastig. Es gibt Hinweise zu neuen Stücken oder wann ein Schauspieler des Ensembles im Fernsehen zu sehen ist. Blicke hinter die Kulisse? Sympathische Texte aus dem eigenen Haus? Nähe zum Theaterzuschauer? Schließlich: ein aktiver Dialogversuch mit dem Publikum? Fehlanzeige. Zumindest bei den von mir gecheckten Bühnen.

Ich bin kein Falk Schreiber, ich kenne mich nicht so gut mit deutschen Bühnen aus. Aber an dieser Stelle sei das Theater Freiburg einmal aus der Ferne und von Herzen gelobt.

Veröffentlicht von: Mark in Kunst & Literatur

Kommentare

Martin Pierags
25. Januar 2013 um 20:31

Hiho,
mir ging es ebenso wie Dir, der Blog lässt das Wasser im Mund zusammenlaufen und macht Lust auf Theater in Freiburg!

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