30. November 2012 - Keine Kommentare!

Nintendo, es ist vorbei! oder: Die Wii U kommt, und ich will sie nicht

Als mein Vater Mitte der Neunziger ein SNES kaufte, war das eine Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen. Weniger für ihn als für mich: Dass ich fortan viel Zeit mit „Super Mario World“, „Mario Paint“ und „Mario Kart“ verbrachte, hat mich stark geprägt. Soweit ich das psychologisch nachvollziehen kann, verdanke ich Nintendos Spielen und Figuren (ebenso wie Disney- und Asterix-Comics) unter anderem mein stark visuell geprägtes Denken sowie ein Faible für plakatives Design. Später blieb ich Nintendo dann aus alter Verbundenheit treu. Das Nintendo 64 habe ich mir ebenso unter den Nagel gerissen wie den Game Cube oder den Nintendo DS. Und als die Wii auf den Markt kam, habe ich mich sogar am Erscheinungstag in die volle Bielefelder Innenstadt gequetscht, um noch ein Gerät abzubekommen.

Am heutigen Tag allerdings endet mein Fanboy-Dasein. Heute erscheint die Wii U – und zum ersten Mal verspüre ich null Bedürfnis, mir auch noch diese Nintendo-Konsole zuzulegen. Nein, ich werde nicht zum Ku'damm oder sonstwo fahren, um Schlange zu stehen. Und ich werde das Teil auch nicht in einem halben Jahr erstehen, sobald es erstmalig runtergesetzt wird. Warum? Weil ich nicht daran glaube, dass mich Nintendo jetzt noch überraschen kann. In fast zehn Jahren habe ich alles gesehen. Natürlich, viele Spielreihen haben sich bereits innerhalb dieses Zeitraums mehrfach wiederholt. „Super Mario“- oder auch „Zelda“-Abenteuer sind vom Prinzip her immer gleich, es sind immer wieder Bowser und Ganondorf, die bezwungen werden müssen, immer gibt es Fluglevel und Wassertempel zu überstehen, schon klar. Ich mag also ein Spätzünder sein, aber dafür ist diese Entscheidung auch endgültig: Mehr Wiederholung geht nicht, das Maß ist voll. „Super Mario Bros. U“ spielt sich so wie sein Wii-Vorgänger. „Nintendo Land“ ist witzig, ja, aber nach zig „Mario Party“-Teilen habe ich darauf keine Lust mehr. Und sobald der nächste "Zelda"-Titel kommt, weiß ich schon, wie er aussehen wird. Ich will das nicht mehr, es reicht. Nintendo, es ist vorbei. Aber keine Sorge, der Playstation falle ich deshalb nicht in die Arme, so viel Verbundenheit bleibt dann doch.

Veröffentlicht von: Mark in Leben & Reisen

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