7. Oktober 2012 - Keine Kommentare!

Markus Lanz lächelt sich durch „Wetten, dass..?“ aber: Das TV-Highlight liefern Klaas Heufer-Umlauf und Michel Friedman

Markus Lanz hat sich gut geschlagen. Durch seine erste "Wetten, dass..?"-Show führte er lächelnd, freundlich, so wie immer. Schön für ihn und das ZDF, das spannendste TV-Erlebnis der gestrigen Nacht lieferte allerdings Arte.

Denn zur 100. Ausgabe von "Durch die Nacht mit ..." schickte der Sender Joko und Klaas los: Das Unterhaltungsduo klapperte wie üblich witzelnd auf einer kleinen Europatour ein paar der Kulturschaffenden ab, die in den bisherigen Sendungen zu sehen waren, so etwa Künstler Wim Delvoye, Nina Hagen und Heinz Strunk. Und gegen 0:40 Uhr kam es dann zum Höhepunkt, es kam zu einem Wiedersehen mit Michel Friedman, dem wohl zur größten Emotionalität fähigen Kopf in der deutschen Fernsehlandschaft, um es freundlich zu sagen. 2003 platzte er bei einem Streifzug durch die Nacht mit Christoph Schlingensief charakterlich aus allen Nähten, und Klaas Heufer-Umlauf stellte sich nun gestern Nacht der Herausforderung, dieses Treffen aufzurollen: im Anzug, mit fein nach hinten gekämmten Haaren, in einem leeren Pariser Restaurant.

Es war großartig. Es war großartig zu sehen, wie sich Klaas (den weniger redegewandten Joko hatte man besser nicht mitgeschickt, auch wenn der Freitag das behauptet) vorsichtig an Friedman herantastete. Erst ein bisschen ehrerbietig, zum Schluss spontan rülpsend ging er Friedman für sein unverschämtes Auftreten vor fast zehn Jahren an. Auf eine freundlich-bissige Art, die Markus Lanz nicht drauf hat.

Die Sendung schaffte es mit 130 000 Zuschauern immerhin über den Arte-Schnitt. Sie hätte aber mehr Zuschauer verdient - in der Arte-Mediathek ist die Sendung noch eine Woche lang zu finden (der Teil mit Klaas und Michel Friedman findet sich am Schluss).

Veröffentlicht von: Mark in Film & Fernsehen

Eine Antwort verfassen