19. September 2012 - 2 Kommentare

Erledigungen vor dem Flug oder: Ich habe Jenny Elvers-Elbertzhagen betrunken Schmuck entwerfen sehen

In ein paar Stunden ist es wieder so weit. Um 14.45 Uhr steige ich in einen Flieger, diesmal geht's nach Budapest (deshalb zeigt das Foto oben die ungarische Währung Forint). Und obwohl ich mich ganz doll auf den Kurzurlaub freue und inzwischen zwei Dutzend Mal geflogen sein muss - so ganz bekomme ich alter Globetrotter das nicht mehr zusammen -, ist mir mulmig davor.

"Fliegen ist so wie Schlafen", sagt mein Lieblingsmädchen. "Du hast kein Bewusstsein dafür, dass du in der Luft und wo du überhaupt bist." Aus ihrem Mund klingt das entschleunigend, entspannend, poetisch. Wenn ich ans Fliegen denke, dann eher technisch. Ich denke an Turbinen, die in schwindelerregender Höhe und bei unglaublich hoher Geschwindigkeit den Geist aufgeben. Ich denke an Navigationssysteme, die verrückt spielen. Ich denke an missglückte Landungen. Dann denke ich an Mallorca. An einen Flug vor einigen Jahren, bei dem eine Gewitterfront unseren Flieger erfasste, rote Blitze zuckten durch die Wolkendecke, auf und ab ging es, in der Kabine herrschte eine Anspannung, wie ich sie sonst nur aus Katastrophenfilmen kannte.

Ich habe keine wirkliche Angst vorm Fliegen. Es ist eher ein gesunder Respekt, der mich dazu motiviert, keine losen Enden zu hinterlassen. Übers Wochenende habe ich noch eifrig Texte geschrieben. Ich habe E-Mails beantwortet. Ich habe mit den Eltern telefoniert. Ich habe das Video gesehen, in dem Jenny Elvers-Elbertzhagen betrunken Schmuckzeichnungen anfertigt. Ich habe abgewaschen. So könnte jetzt eigentlich alles ohne mich weiter existieren.

Aber, ach, ich würde ja gerne dieses Blog noch mal ein bisschen häufiger befüllen. Ich wollte noch diesen Song spielen lernen. Und diese eine Reportage, die liegt mir schon noch am Herzen. Und dann bin ich bei meinem neuen Auftraggeber, dem tollen Suhrkamp-Verlag, noch in ein, zwei Projekte verstrickt, die ich gerne ein bisschen länger begleiten würde. Achje. Dann, in alter Frische, bis Samstag!

Veröffentlicht von: Mark in Leben & Reisen

Kommentare

Zahnwart
19. September 2012 um 10:27

Nach Budapest? Zum Fidesz-Regime? (Ich hab da tatsächlich Probleme mit, weswegen ich auch zu Zeiten der FPÖ-Regierungsbeteiligung nicht nach Österreich fuhr, wenn auch durch Österreich nach, ähem, Budapest. Oder zu Zeiten der PdL-Regierung nicht nach Italien. Oder zu Zeiten der Apartheid nicht nach Südafrika, wobei, die Frage stellt sich damals gar nicht.) Wobei die Stadt natürlich großartig ist, wenn auch mittlerweile angeblich von einer sehr unangenehmen Touristen-Klientel überschwemmt.

Schönen Urlaub, jedenfalls.

Peter
19. September 2012 um 10:27

Ohh mein Gott wie besoffen sie ist! Fuck! Kann ich mit Jenny tauschen 😀

Eine Antwort verfassen