13. Juni 2012 - Kommentare deaktiviert für Nackt und glücklich oder: Ein Abend mit Amanda Palmer im Platoon

Nackt und glücklich oder: Ein Abend mit Amanda Palmer im Platoon

Es ist ein wunderbar intimer Abend, den die Künstlerin Amanda Palmer am Dienstag im Berliner Platoon veranstaltet. Als Dankeschön für ihre Fans, zumindest einen Teil ihrer Fans, die ihr neues Album via Kickstarter mit über einer Million Dollar mitfinanziert haben, gibt sie alles. Nicht bloß kostenlose Getränke und Gegrilltes, nein: Als Dankeschön bleibt Amanda Palmer den ganzen Abend über greifbar. Sie setzt sich neben ihre Fans, als das Duo Princessin Hans auftritt, sie lacht, sie grölt, sie trinkt mit, sie unterhält sich mit jedem, sie umarmt jeden. Und am Ende des Abends schlüpft Amanda Palmer sogar aus Satinkleid und BH und nimmt splitterfasernackt ein Bad in der Menge. Die Künstlerin opfert ihren Fans sogar den letzten Rest Privatssphäre.

Ich habe so etwas noch nie erlebt. Weder bin ich bei einer Ausstellung respektive Konzert respektive Happening gewesen, wo geschminkte Männer in Kleidern Lieder sangen. Noch habe ich je abgehalfterte Cheerleader zu Kapellenmusik die Gäste antanzen sehen. Vor allem aber habe ich noch nie eine Künstlerin erlebt, die sich nackig in die Menge wirft. Man mag Amanda Palmers Attraktivität in Frage stellen und das ganz furchtbar unästhetisch finden, klar. Nicht aber an ihrer künstlerischen Hingabe darf man zweifeln. Ich bin so beeindruckt von all dem, dass ich meinem Begleiter C. sage, es würde einen ganz herzergreifenden Blogbeitrag darüber an dieser Stelle zu lesen geben. Mein Versprechen kann ich allerdings nicht halten. Wie sollte ich so einen Beitrag auch angehen? So intim der Abend auch war, am Ende kann ich Palmer doch nicht greifen. Ich kann nicht mal ohne Schweißausbrüche eingepfercht zwischen Fremden U-Bahn fahren - Amanda Palmer nimmt am Mittwochabend nackt ein Bad in der Menge.

Veröffentlicht von: Mark in Platten & Konzerte

Die Kommentarfunktion ist ausgeschaltet.