29. Februar 2012 - 2 Kommentare

Der letzte Tag oder: Eine pathetische Drecksnummer

Vor einigen Jahren bin ich auf der Abschiedsparty eines Mitschülers gewesen, mit dem ich mich eigentlich nie gut verstanden habe. Am Ende des Abends jedenfalls strömten alle Gäste zur Tür, um von ihm Abschied zu nehmen, und dieser Mitschüler stieg in ein schwarzes Auto, die Fensterscheiben waren heruntergedreht, und zu The Verves „Bitter Sweet Symphony“ fuhr dieser Mitschüler in die Nacht davon. Mein Gott, war das eine pathetische Drecksnummer! Und gleichzeitig so hingebungsvoll schnulzig, ich bin noch immer ein bisschen beeindruckt.

Deshalb soll dieser Blogpost auch so eine pathetische Drecksnummer werden. Ich finde, der Anlass dafür ist angemessen: Heute ist mein letzter Tag. Mein letzter Tag als Festangestellter beim uMag und somit der letzte Arbeitstag mit meinen liebsten Kollegen. Meine letzten Stunden mit euch habe ich gut genutzt, unter anderem habe ich euch mit marcophono geärgert, ich habe aufgeräumt und zusammengepackt, gleich gibt’s Bier.

Was jetzt noch zum pathetischen The-Verve-Abgang fehlt, ist das hier: ein Danke. Ein Danke an Es., ich wäre gerne so eloquent wie du. Ein Dank an K., ich hätte gern dein unbeirrbares Durchsetzungsvermögen. Ein Dank an J., ich möchte gerne genau so offen für alles Neue bleiben wie du. Ein Dank an N., ohne dich wüsste ich ein ganzes Stück weniger darüber, wie man Zeitschriften macht. Ein Dank an E., ich wäre gern so lebensfroh und unverschämt sympathisch. Ein Dank an F., ich würde dich jederzeit hinterrücks erdolchen, könnte ich dir so dein Schreibtalent und deine Art zu sein abringen. (Ja, das ist ein Kompliment.) Und, natürlich, ein Dank an C., wobei selbst ein Dank von Herzen und auch sonst kein Wert der Welt das aufwiegen kann, was du, ohne es zu wollen, getan hast. „Ich mag es, wenn du in meiner Schuld stehst“, sagst du, und das tue ich. Sehr. Letztendlich bist du der Grund für diesen letzten Tag, weil du mich ermutigt und aufgebaut hast, und wenn dir der Abschied nur halb so viel auf die Tränendrüsen drückt wie mir, ist das nur gerecht.

Ihr seid die tollsten Kollegen, die ich in Hamburg, ach was, von überall bis Toronto finden konnte. Und ich beneide all die, die euch längere Zeit als ich in greifbarer Nähe haben können.

Ta! Wir sehen uns an der Spree.

Veröffentlicht von: Mark in Leben & Reisen

Kommentare

Zahnwart
29. Februar 2012 um 18:11

Ach, The Verve, alter Kitschkram. Besser ist das: „Hauptsache wir sitzen/am Ende alle im selben Heim“, man sieht sich immer zweimal im Leben, und so toll war es ja, seien wir mal ehrlich, auch nicht.

Hemuth
16. April 2012 um 11:24

Also mich kraust es immer vor alten Treffen mit ehemaligen Schülern. Ich bin da raus und war froh. Das leben hat nach der Schule neu begonnen. Gut so 🙂

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