2. Januar 2012 - 2 Kommentare

„Verzichten Sie beim Sex auf orgasmusverzögernde Maßnahmen“ oder: Wie Medien uns im Social Web ansprechen

Sehr geehrter Netznutzer, ich heiße dich herzlich im Jahr 2012 und auf mediatopia Willkommen! Nein, so geht das nicht. Zweiter Versuch: Hej, Leser! Schön, dass Sie mediatopia auch im neuen Jahr wieder auschecken! Ach, auch doof. Aber wie spricht man seine Leser im Netz denn nun am besten an? Eine eindeutige Antwort dürften Deutschlands Massenmedien geben können, immerhin kennen sie sich am allerbesten aus mit, nunja, Medien. Doch wenn man sich die Posts von SPON, Zeit, Welt und Co. auf Facebook ansieht, merkt man: Den einen richtigen Weg gibt's nicht.

Im Hause der Zeit ist man besonders unentschlossen. Zeit Online geht auf Nummer sicher:

Das Zeit Magazin geht der Ansprachenfrage lieber ganz aus dem Weg - und bespaßt seine Leser einfach ohne direkte Anrede mit zuweilen geistreichen Gags.

Mit Witzigkeit versucht auch das Magazin der Süddeutschen zu punkten, verzichtet dabei aber nicht auf das althergebrachte "Sie".

Dass also auch das Muttermedium nicht ums Siezen herumkommt, dürfte niemanden wundern.

Mit einem spritzigen "Moin, moin" startet die Redaktion von stern.de auf Facebook in den Tag, bleibt nachfolgend jedoch ebenfalls dem "Sie" treu, das wir bereits aus dem gedruckten Stern sowie von der Website kennen.

Spiegel Online gibt sich progressiv und ihrzt und euchzt ...

... wohingegen die Community Manager des gedruckten Spiegel der Ansprache ihres Hefts treu bleiben - und ihre Leser siezen.

Welt Online? Geht der direkten Anrede der Leser konsequent aus dem Weg. Die junge Welt Kompakt kommt mit einem großgeschriebenen "Ihr" daher.

Und die Redaktion der FAZ? Macht es sich leicht, schreibt überhaupt nix, sondern postet störrisch kahle Links.

Auch bei der Tagesschau wird nicht groß rumgeschwafelt - und ebenso auf eine Anrede verzichtet.

ZDF heute setzt aufs "Sie".

"Du" gibt es bei Massenmedien gar nicht. Vielleicht kann ich das ja mit mediatopia besetzen? Also: Hallo, lieber Leser! Schön, dass du 2012 zu mir gefunden hast. Schau mal wieder rein!

Veröffentlicht von: Mark in Arbeit & Projekte

Kommentare

Pia
2. Januar 2012 um 21:59

Hallo lieber Mark 🙂

Das ist aber auch eine Krux…
Für ein privates Blog ist das Du immer noch passend.

Aber was macht man mit einem Firmen-/Coporate-Blog? Gerade ewig diskutiert und auch am Schluss die konsequente Vermeidung der Anrede gewählt, was ja auch irgendwie schade ist …

Viele Grüße, du Mark du!

tobiasgillen
3. Januar 2012 um 00:01

Hi Mark,

Meiner Meinung nach gilt in sozialen Netzwerken, egal ob privat oder business, stets das „Du“.

Damit sollten sich sowohl die Freunde, als auch die Kunden abfinden, es gehört einfach dazu.

Leider ist dem in der Realität oft nicht so und man muss immer wieder abwägen.

Es wird sich entwickeln, da bin ich sicher!

Grüße,

Tobias Gillen
@tobiasgillen | tobiasgillen.de

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