31. Dezember 2011 - 3 Kommentare

Jahresrückblick 2011 oder: Du musst dein Leben ändern

Von Mottos halte ich in der Regel nichts. Mit einem herzlichen "Carpe diem" oder "Memento mori" durchs Leben zu stiefeln, halte ich für ebenso sinnvoll, wie seine Kinder taufen zu lassen oder Nachrichten, die privat sein sollten, öffentlich auf Facebook-Profile zu posten. Trotzdem scheint es mir so, als hätte ich 2011 unbewusst nach einem Rilke-Vers gelebt: Du musst dein Leben ändern. 2011 habe ich Bielefeld hinter mir gelassen und bin vollständig in Hamburg angekommen. Ich habe mich professionalisiert. Ich habe mit tollen Menschen eine neue Idee in die Welt gesetzt. Ich habe mich verliebt. Schließlich habe ich eine Ahnung davon bekommen, wer ich sein möchte, und einen konkreten Plan entwickelt, wohin ich mit mir will. Kurz: Ich habe mich grundlegend verändert, vermutlich so stark wie noch nie zuvor in meinem Leben. Und weil 2011 so wichtig war, passiert als letzte Amtshandlung für dieses Jahr auf mediatopia das, was wohl spätestens am 31.12. auf einem persönlichen Blog passieren muss: Das Jahr wird zusammengefasst - in diesem Fall nach dem Vorbild von Kollege Falk.

Schönste Momente: Der eine Abend am Elbstrand. Alle Abende, an denen Worte wie zernichtet entstanden. Jeder Tag, den ich 2011 in Italien verbrachte. Und jeder Morgen eines Arbeitstages, weil ich wusste: Wo du gleich hingehst, da sind nette Menschen, und dein Beruf ist der richtige für dich.

Größtes Versäumnis: Trotz gutem Einstieg mit gesunder Ernährung und regelmäßigem Schwimmengehen habe ich das geplante Fitnessjahr nicht durchgezogen.

Die schönste Zeit verbracht mit: dem in jeder Hinsicht wunderbarsten Mädchen von hier bis Toronto und darüber hinaus.

Am meisten Zeit verbracht mit: dem besten Bürokollegen, den man sich im Leben vorstellen kann.

Eindrücklichstes berufliches Erlebnis: Eine Flucht aufs Land (PDF).

Wichtigster Song: Schwierig. Ich schwanke zwischen Dan Mangans "Post-War Blues", Ja, Paniks "Nevermind", "Holy Holy" von Wye Oak, "Glory" von Radical Face und "Santa Fe" von Beirut. 2011 hatte einfach zu viele gute Songs.

Wichtigstes Gadget: Mein im Mai gekauftes Samsung Galaxy S. Es hat dafür gesorgt, dass ich durch die Welt tingeln konnte, ohne aus der Welt zu sein.

Zeitraubendste App: Foursquare, eindeutig. Irgendwann fängt man an, nicht mehr aus Lust durch Bars und Cafés zu ziehen, sondern weil man möglichst viele Check-ins und Punkte sammeln möchte. Diese App wird auf meinem Smartphone kein 2012 erleben.

Eindrücklichste Filme: Lars von Triers "Melancholia", "Blue Valentine" und "Ides of March" mit Ryan Gosling sowie "Les amours imaginaires" von und mit Xavier Dolan.

Wichtigste Erkenntnisse: 1. Ich werde zwar immer als freundlich und nett charakterisiert - ich kann aber auch unglaublich unfreundlich und furchtbar verletzend sein. 2. Ich komme inzwischen damit klar, dass ich es nicht jedem recht machen kann.

Unwichtige Erkenntnis: Die unsympathische Verabschiedungsfloskel "Hau rein!" kann noch überboten werden durch "Sieh zu!".

Wichtigste Bücher: Ich würde an dieser Stelle gerne "Ulysses" schreiben können, allerdings habe ich James Joyces Mammutwerk auch dieses Jahr nicht geknackt. Dafür landen in dieser Aufzählung Molières "Der eingebildete Kranke", J. D. Salingers "Der Fänger im Roggen" und "Grau" von Jasper Fforde, weil ich mit ihnen den meisten Spaß und über sie am meisten nachgedacht habe.

Schönste Konzerte: Boy im Knust. Wye Oak im Molotow. Und The Head And The Heart im Uebel & Gefährlich.

Der hirnrissigste Plan: Viele fanden es bekloppt, dass ich einem Plüschtier eine Facbeook-Seite angelegt habe. Am Ende hatten aber an Schorsch, das hoffe ich, auch andere Spaß.

Die wichtigsten Spiele: "Portal 2" und "L.A. Noire" für Xbox 360. "Zelda: Skyward Sword" für Wii.

Spannendste Ausstellungsbesuche: In diesem Jahr gab es gleich mehrere sehr interessante Ausstellungen: "Phantasie an die Macht - Politik im Künstlerplakat" im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Die Sammlung im Felix Nussbaum Haus in Osnabrück. Und vor ein paar Tagen erst gesehen: "Picasso 1905 in Paris" in der Bielefelder Kunsthalle.

Spannendster Theaterbesuch: Da ich 2011 nur einmal ins Theater gekommen bin, fällt die Wahl leicht: "Hiob" im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Das Stück war aber tatsächlich gut.

Schönster im Web gefundener Spruch: "Everything will be okay in the end. If it's not okay, it's not the end."

Bestes Webvideo: Das Mash-up "The Greatest Speech Ever Made".

2011 in einem Wort: Prägend.

Gute Vorsätze für 2012: Von denen halte ich genauso viel wie von Mottos. Aber wer weiß schon, was morgen ist.

Veröffentlicht von: Mark in Leben & Reisen

Kommentare

Caro Ritgen
31. Dezember 2011 um 16:24

Na denn, 2011 – sieh zu! 😛

Antonia
1. Januar 2012 um 10:28

Der bisher schönste Jahresrückblick auf einem Blog. Sehr schön! 🙂

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