17. November 2011 - Keine Kommentare!

Heulende Elben oder: Warum ich nie wieder für ein Videospiel anstehen werde

"Zelda: Skyward Sword" - erscheint: morgen! - bekommt viel Lob und traumhafte Wertungen. IGN bezeichnet den neuesten Teil der Reihe sogar als besten "Zelda"-Titel überhaupt (siehe Video). Als jahrelanger Fanboy komme ich da natürlich nicht drumrum, mir das Spiel zuzulegen. Doch anders als noch vor ein paar Jahren werde ich diesmal nicht dafür anstehen ... [Der nachfolgende Artikel ist ursprünglich als Gameskolumne in uMag 11/2011 erschienen.]

Für ein Videospiel angestanden habe ich ein einziges Mal. Im Dezember 2006 für "Zelda: Twilight Princess". Schlimm war das. Nicht wegen des plötzlich einsetzenden Schneeregens über Bielefeld. Und auch nicht, weil ich mangels Taschentücher meine triefende Nase am Jackenärmel abwischen musste. Schlimm war die Erkenntnis, dass selbst etwas so Banales wie ein gehyptes Spiel aus friedfertigen Nerds brutale Berserker machen kann. Auch mir drängten sich, während ich so nichtsahnend von einem Fuß auf den anderen tänzelte, plötzlich düstere Gedanken auf: Sollte ich dem Typen neben mir die angeklebten Elbenohren wegnehmen, um ihn im bevorstehenden Run auf die Elektroabteilung auszuschalten? Würde ich, sobald diese erste Gemeinheit begangen wäre, die Frau mit den Fäustlingen wegschubsen, um es vor ihr auf die Rolltreppe zu schaffen? Als ein verschüchterter Elektrofachverkäufer uns die Ladentüren aufzog, brach das Chaos aus. Ich sah dicke Nerds zum Flash werden. Ich sah Teenager um das aluverpackte Spiel kämpfen und den Elbentypen (warum auch immer) heulen. Dass ich moralisch unbefleckt und samt Spiel da rausgekommen bin, ist ein Wunder. Und so sehr ich mich jetzt auf "Zelda: Skyward Sword" freue - am 18. November dafür anstehen? Danke, nein.

Veröffentlicht von: Mark in Games & Gadgets

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